Neuss: Ideen und Stahl für den Hafen

Neuss : Ideen und Stahl für den Hafen

Neuss Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren, am 27. Juni 1997, lief der letzte in Neuss produzierte Traktor vom Band: Seither wartet das Case-Gelände auf eine neue Nutzung. Ein Ende der Vakanz zeichnet sich nun ab. Eigentümer soll zum neuen Jahr der Stahlriese Arcelor Mittal werden, der auf einem fast neun Hektar großen Grundstück Hallen errichten lassen wird und bereits Ende 2008 den Betrieb aufnehmen will.

Neuss Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren, am 27. Juni 1997, lief der letzte in Neuss produzierte Traktor vom Band: Seither wartet das Case-Gelände auf eine neue Nutzung. Ein Ende der Vakanz zeichnet sich nun ab. Eigentümer soll zum neuen Jahr der Stahlriese Arcelor Mittal werden, der auf einem fast neun Hektar großen Grundstück Hallen errichten lassen wird und bereits Ende 2008 den Betrieb aufnehmen will.

Das Investitionsvolumen wird auf 35 bis 40 Millionen Euro geschätzt. Es entstehen zunächst 200 Arbeitsplätze; in der Endausbaustufe sollen es gar 400 sein.Die Ansiedlung soll bis Ende des Monats perfekt sein. "Es müssen nur ein paar Kleinigkeiten nachgebessert werden", sagt Stadtkämmerer Frank Gensler, aber daran werde das Geschäft nicht mehr scheitern. Allerdings verhandele Arcelor unter Gremienvorbehalt: "Das ist bei einem internationalen Konzern durchaus üblich." Gensler bildet mit Klaus Harnischmacher das Geschäftsführer-Duo der Stadthafen GmbH. Die städtische Tochter ist Eigentümerin des Grundstücks auf der Molenspitze.

Dort wird ein zweites namhaftes Unternehmen sein Domizil aufschlagen: Vetten Fördertechnik will 8000 Quadratmeter erwerben. "Wir sind froh, dass wir an diesen Standort gehen können", sagt Geschäftsführer Gregor Vetten-Betzin, dessen Vater vor 52 Jahren die Firma in Neuss gründete. Seit 1992 in Korschenbroich ansässig, muss Vetten seine Hallen- und Bürofläche für seine derzeit 35 Mitarbeiter verdoppeln und rückt näher an seine Kunden im Hafen heran. "Gut, dass auch wieder Blaumann-Arbeitsplätze geschaffen werden", freut sich Dr. Bernd Koenemann. Der Chef der CDU-Ratsfraktion ist zugleich auch Vorsitzender des Stadthafen-Beirats, in dem alle Ratsfraktionen vertreten sind.

In Neuss wird Arcelor, das seinen Standort in Ratingen vermutlich aufgibt, keine Produktion errichten. Der Stahl wird auf dem Wasserweg angeliefert, die Schiffe am Ufer zum Hafenbecken II gelöscht. Die Auslieferung der Stahlprodukte erfolgt per Bahn und Laster über die Industriestraße.

Mit den Nachbarn, so Harnischmacher, sei die Neuansiedlung abgestimmt. Auch läge ein Lärmschutzgutachten vor, dass zu unbedenklichen Ergebnissen auch für das Westufer komme. Koenemann: "Die Halle wird zur Stadt hin abgekapselt, so dass entlang der Batterie- und Düsseldorfer Straße Büro- und Freizeit-Nutzung ebenso wie Wohnen möglich ist."

Nebeneffekt: Die geplante Autobrücke über das Hafenbecken I wird überflüssig; fünf Millionen Euro müssen nicht ausgegeben werden. Gebaut wird aber eine Fußgängerbrücke, die von der Batteriestraße zur Uferpromenade mit Grünanlagen auf der Hafenmole I führt.

Am Mittwoch in der NGZ: Zur Sache Der Markt macht's

(NGZ)
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