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Neuss: Holzheim: 175 Jahre Schützen

Neuss : Holzheim: 175 Jahre Schützen

Bei nahezu idealen äußeren Bedingungen feierten die Holzheimer dicht gedrängt an den Straßen gestern ihr Schützenkönigspaar Helmut und Irene Krüll. Der Jubiläums-Schützenverein ehrt Generaloberst Günter Mertens.

Es sind große Feiertage, die Holzheim zurzeit erlebt: Der Bürger-Schützenverein (BSV) feiert sein 175-jähriges Bestehen, und das Dorf feiert gerne mit. Gestern erlebten die Holzheimer eine stimmungsvolle Königsparade. An der Bahnhofstraße standen sie dicht gedrängt, als Schützenkönig Helmut Krüll samt Komitee und Ehrengästen das stolze Regiment vorbeiziehen ließen. "Alles schön", befand Krüll kurz und bündig, "ich habe richtig viel Spaß".

Der sollte am gestrigen Nachmittag noch größer sein, wo der 59-Jährige seine Königin Irene endlich an seiner Seite hatte, die zuvor mit der Kutsche abgeholt wurde, um bei Festparade und -umzug dabei zu sein. Ein sichtlich entspannter Schützenpräsident Heinz-Günter Schlüter führte mittags durch den kleinen Jubiläumsempfang im Pfarrsaal. Das lag nicht zuletzt am Wetter, das die Schützen trockenen Fußes paradieren ließ. Auch Generaloberst Günter Mertens war hochzufrieden mit dem Auftritt des Regiments. Mertens stand dann selbst im Mittelpunkt, er bekam von Schlüter in Anerkennung seiner großen Verdienste eine Original-Ausgabe des Augsburger Tageblatts vom 3. August 1836 — dem Gründungssjahr des BSV. In einem kurzen historischen Diskurs legte Präsident Schlüter launig als Datum der Vereinsgründung den 3. August fest — den Tag des Geburtstags des damaligen Preußen-Königs Friedrich Wilhelm III. und des Geburtstags von Günter Mertens.

Für sein großes Engagement wurde Willi Schlabbers, Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes und eine "Institution in Schützenkreisen" (Schlüter), mit der goldenen Ehrennadel des BSV ausgezeichnet. Schlabbers geht in diesem Jahr in den Ruhestand. Die goldene Ehrennadel erhielt auch Zelte-Wirt Peter Barrawasser.

Am Morgen hatte die Stadt zu einem Empfang in den Alten Ratssaal geladen. Dort würdigte der stellvertretende Bürgermeister Thomas Nickel das Jubiläum der Holzheimer und wies darauf hin, dass schützenfestliche Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert reichten. Nickel betonte den Wert der Schützengemeinschaft, die gegen Vereinsamung hilft, wo man sich in Not an Kameraden wenden kann, wo die Familie eingebunden ist. Nickel, in Neuss Schützenpräsident, lobte am Mittag das besonnene Verhalten des Jägermajors Dieter Köln. Köln, der am Samstag Abend den Verdienstorden des Bürger-Schützenvereins erhalten hatte, absolvierte die Parade mit seinem Adjutanten zu Fuß, weil sein Pferd beim Aufmarsch zu unruhig war. "Er ist kein Risiko eingegangen, eine vernünftige Entscheidung", so Nickel.

(NGZ)