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Unterwegs In...: Hoisten - von der Energiewende geprägt

Unterwegs In... : Hoisten - von der Energiewende geprägt

Im grünen Süden der Stadt gehört Hoisten zu den bevorzugten Wohnorten. Doch Pläne vor allem zur Windkraftnutzung sorgen für Kritik.

Die Energiewende verändert Deutschland — und etliche Hoistener sehen ihren Heimatort auf der Verliererseite. Stromautobahn, Biogasanlage und die Diskussion um den Bau von zwei Windkraftanlagen — damit, so argumentieren sie, wird ihrem Ort zu viel aufgebürdet. Wenn der Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe (CDU) am Freitag (6.) von 14.30 bis 15.30 Uhr zum Wahlkampfstand der CDU Hoisten kommt, wird er deshalb auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes an der Hochstadenstraße auf Mitglieder der Bürgerinitiative "Windkraft.Neuss" treffen. Das Thema ist heiß — und wird es nach Überzeugung des CDU-Stadtverordneten Karl-Heinz Baum auch bleiben.

"Die Entwicklung der erneuerbaren Energien ist eine Erfolgsgeschichte", hatte Gröhe am Samstag bei der Podiumsdiskussion "NGZ-Wahlbühne" für eine neue Energiepolitik geworben. Deren Ziele teilen auch die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen die Windanlagen, das umstrittenste Projekt in diesem Zusammenhang. Aber die Rotoren sollen sich nicht in Hoisten drehen. Baum ist überzeugt, dass die Bürgerinitiative gegen eine Baugenehmigung für die Stadtwerke klagen wird. "100-prozentig", sagt er — und unterstützt das auch.

In einem anderen Fall wurde durch Information und Bürgerbeteiligung einem möglichen Konflikt die Spitze genommen. Die Biogasanlage auf dem Schelmrather Hof, die ein Produkt in Erdgasqualität erzeugt und ins Netz einspeist, soll erweitert werden. Nachdem Sorgen laut wurden, dass damit eine Industrieanlage entstehen könnte, lud Baum zu einem Gespräch mit den Anlagenbetreibern ein. Themen wie Lärm- oder Geruchsemissionen seien anschließend von der Stadt in einem Durchführungsvertrag mit den, so Baum, "sehr kooperativen Betreibern" im Sinne der Einwender geregelt worden. "Das Beste ist, aufeinander zuzugehen", sagt Baum, der nun mit keiner Klage mehr gegen das Erweiterungsvorhaben rechnet.

Der Ausbau der Stromtrasse am westlichen Ortsrand zur "Stromautobahn" mit deutlich höheren Masten ist beschlossene Sache, der Bau der Windräder nicht. Das Ziel bleibe zwar, zwei Anlagen bis Ende 2014 in Betrieb zu nehmen, erklärt Stadtwerkesprecher Jürgen Scheer. Letztlich aber hängt das von der Genehmigung — das Verfahren läuft — ebenso ab wie von einer anschließenden Wirtschaftlichkeitsprüfung. "Wenn die wirtschaftlichen Risiken zu groß sind, bauen wir nicht", sagt Scheer. "Das wäre uns am liebsten", kontert Baum.

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(NGZ)