Neuss: Höffner-Investor steht vor Düsseldorfer Landgericht

Neuss : Höffner-Investor steht vor Düsseldorfer Landgericht

Düsseldorfs Oberbürgermeister klagt gegen Kurt Krieger. Er wehrt sich gegen angebliche Schaffrath-Verstrickung.

Mehr als einmal hat der Berliner Investor Kurt Krieger (Möbel Höffner) auch in Neuss geäußert, dass er mit Neubauplänen in Düsseldorf nicht zum Zuge kommt, weil dort der Mönchengladbacher Konkurrent Schaffrath bevorzugt werde. Einmal allerdings hat er es auch geschrieben — und das ruft jetzt die Juristen der Stadt Düsseldorf auf den Plan. Oberbürgermeister Dirk Elbers hat Krieger verklagt, schon kommenden Dienstag (25. Juni, 11 Uhr) wird vor dem Düsseldorfer Landgericht verhandelt. Und Krieger wird persönlich anwesend sein.

Oberbürgermeister Dirk Elbers hat den Berliner Investor Kurt Krieger verklagt. Schon nächsten Dienstag ist Termin vor Gericht. Foto: Endermann/Woi

Das Papier, auf das Elbers offensichtlich seinen Antrag auf eine einstweilige Verfügung stützt, ist das 33-seitige Exposé, mit dem sich der Möbelhausbetreiber und Projektentwickler Krieger im Neusser Stadtrat als Investor für ein Möbelhaus im Hammfeld beworben hat. Dem Rat musste Krieger als einer von drei Bewerbern glaubhaft machen, warum er in Neuss bauen will, obwohl er auch in Duisburg und Düsseldorf Grundstücke erworben hat. Seine Erklärung: "Eine Ansiedlung in Düsseldorf ist unmöglich." Man hätte zwar eine ganze Quartiersentwicklung für Düsseldorf maßgeschneidert und sei auf viele Wünsche eingegangen. "Dennoch: OB und Fraktionsvorsitzender (gemeint ist Friedrich Conzen von der CDU, d.Red) sitzen in der Stiftung unseres Konkurrenten Schaffrath. OB und Fraktionsvorsitzender sind für uns nicht zu sprechen."

Genau gegen diese Äußerung zur Schaffrath-Stiftung wehrt sich nun Oberbürgermeister Elbers mit einem Eilantrag. Er will erreichen, dass dem Berliner Investor solche Äußerungen untersagt werden. Nach Auskunft des Landgerichtes legt Elbers Wert darauf, dass er zwar bei den Freunden und Förderern der "Schaffrath-Stiftung für Soziales" mitwirke, dass er in diesem Kreis aber "keine Organstellung", also keinerlei Funktion ausübe.

"Das ist doch eine alberne Reaktion von Elbers", wird Edda Metz in der Immobilienzeitung zitiert, die Geschäftsführerin der Krieger-Entwicklungs- und Bau GmbH. Eine offizielle Stellungnahme war gestern nicht zu bekommen. Krieger selbst hatte auch gegenüber der NGZ erklärt, dass er sich verladen fühlt. Das Grundstück mache nur 50 Prozent seiner Motivation aus. Die anderen 50 Prozent bestimme der Wille: "Ich will es den Düsseldorfern zeigen"

(wuk/-nau)
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