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Neuss: "Höffner - Das ist gut für die Region"

Neuss : "Höffner - Das ist gut für die Region"

Mit einem Einzugsbereich von 40 Kilometern wird das neue Möbelhaus im Hammfeld Neuss als Einkaufsstadt regional neu positionieren. In Rösrath, wo die Krieger-Gruppe bereits ein Höffner-Haus betreibt, ging die Rechnung auf.

"Krieger macht keine halben Sachen": Was in Neuss noch als Hoffnung mit dem Namen des Berliner Investors für den Bau eines Möbelhauses und die Entwicklung des Hammfeld II verbunden wird, ist für Berthold Kalsbach schon ein Erfahrungswert. Der Beigeordnete und Wirtschaftsförderer der Stadt Rösrath, wo Krieger 2010 ein Höffner-Möbelhaus in NRW eröffnete, ist sicher: "Höffner in Neuss — das ist bestimmt gut für die Region." Aber davon ist in Neuss längst nicht jeder überzeugt.

"Wir werden mit maxomaler Geschwindigkeit arbeiten" Christoph Hölters (Planungsdezernent und Projektgruppenleiter). Foto: Berns, Lothar (lber)

Aber Höffner kommt — und zwar mit Nachdruck. Ein eigenes Büro wird der Investor zwar erst einrichten, wenn der Bau beginnt, doch Arbeitstreffen in Neuss sollen vermeiden, dass Zeit ungenutzt verstreicht. Das kann sich der Investor mit Blick auf den angepeilten Eröffnungstermin Weihnachten 2014 nicht leisten.

"Wir werden mit maximaler Geschwindigkeit arbeiten", sagte Planungsdezernent Christoph Hölters, der im Rathaus die Arbeit der am Montag zusammengestellten "Task Force" Hammfeld koordiniert. Drei Themen stehen ganz oben auf der am Montag aufgestellten Liste der Dinge, die abgearbeitet werden müssen: Bauleitplanung zur Bebauungsplanänderung, Bürgerinformation und Einbindung des Gestaltungsbeirates. Der wird sich mit dem Entwurf des Investors beschäftigen und festlegen, ob ein Architektenwettbewerb nötig ist. Alle Eckdaten zum Möbelhaus soll Krieger bis zum nächsten Treffen vorlegen.

Eine Verträglichkeitsuntersuchung, die Auswirkungen der Hammfeld-Planungen auf die Innenstadt analysiert, ist Teil des Verfahrens. Denn in der City wird das Vorhaben nicht ohne Sorge betrachtet. Wenn der Bürgermeister davon spreche, einen Innenstadtfonds mit den "Krieger-Millionen" zu füllen, sei das "ein Zeichen, dass wir nicht ganz vergessen sind", stellt Christoph Napp-Saarbourg fest, der als Vorsitzender der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss auch schon Ideen für Verbesserungen hat. Wichtiger aber sei ein klares Signal von Rat und Verwaltung, wo das Zentrum sein soll. "Und wenn man sich für die Innenstadt entscheidet, sollte man das mit Handeln belegen. Einen neuen Straßenbelag in die Stadt zu bringen, nutzt da nur wenig."

Wichtiger als ein Fonds sei eine Vorstellung davon, wie Stadtentwicklung verlaufen soll, meint auch Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes. Er sieht die Chancen für die Stadt, doch müsse es eine klare Aufgabenteilung zwischen Innenstadt ("Bummeln und Flanieren") und Peripherie ("Bedarfsdeckung") geben.

Auch Dieter Porschen glaubt an ein gutes Nebeneinander von Hammfeld-Möbelhaus und Innenstadt —wenn man darauf achtet, so der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, dass die zentrenrelevanten Sortimente im Möbelhaus auf zehn Prozent der Verkaufsfläche begrenzt würden.

Andrea Schwenke, Managerin des Rheinpark-Centers, sieht Neuss insgesamt als Gewinner. Mit einem Möbelhaus dieser Größenordnung werde sich Neuss auch regional als Einkaufsstadt ganz neu positionieren. In Rösrath hat das auch geklappt. Höffner, so berichtet Kalsbach, "ist ein gut geführtes und in der Region stark platziertes Haus."

(NGZ/ac/url/top)