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Neuss: Hilfsorganisationen: Schützen sollen zahlen

Neuss : Hilfsorganisationen: Schützen sollen zahlen

Ohne sie läuft nichts. Die drei Hilfsorganisationen beim Neusser Schützenfest: Malteser-Hilfsdienst (MHD), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Johanniter sind unentbehrliche Bestandteile des Festes – auch wenn sie wie in diesem Jahr außergewöhnlich wenig zu tun hatten.

Ohne sie läuft nichts. Die drei Hilfsorganisationen beim Neusser Schützenfest: Malteser-Hilfsdienst (MHD), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Johanniter sind unentbehrliche Bestandteile des Festes — auch wenn sie wie in diesem Jahr außergewöhnlich wenig zu tun hatten.

"Wohl als Folge des durchwachsenen Wetters waren deutlich weniger Besucher auf der Kirmes als in früheren Jahren", sagt Tim Gladis vom MHD. "Ein paar Schnitt- oder Kopfplatzwunden, Wespenstiche am Montag und Blasen der Marschierer galt es zu versorgen", ergänzt Norbert Möllersmann vom DRK. Besonders erfreulich: Es gab kaum Notfälle infolge von Alkoholkonsums. Kein einziger Jugendlicher musste wegen alkoholbedingter Probleme behandelt werden.

Dennoch gärt es bei den Hilfsorganisationen, die ständig mit rund 90 Kräften vor Ort waren. "Wir bleiben auf erheblichen Kosten für die Fahrzeuge oder zum Beispiel für die Verpflegung unserer Helfer mit 700 Mittagessen täglich sitzen", klagt der MHD-Stadtbeauftragte Sebastian Rosen.

Aber in Neuss und beim Schützenfest auf der Furth gilt eine eherne Regel: "Die Hilfsorganisationen versehen einen ehrenamtlichen Dienst. Damit unterstützen sie in dankenswerter Weise unsere Feste", sagt der Neusser Schützenpräsident Thomas Nickel. An Geld ist dabei nicht gedacht, aber an viel Ehre: "Für die Rettungsdienste ist das Schützenfest eine großartige Gelegenheit, sich zu präsentieren und für sich zu werben." Nickel: "Dieser Umgang miteinander hat eine lange Tradition."

Andere Vereine, darunter offenbar auch Schützenvereine und -bruderschaften in den Stadtteilen, müssen zahlen, zum Beispiel 40 Euro pro Stunde Bereitschaft für ein Rettungsfahrzeug. Für den Holzheimer Schützenchef Heinz-Günter Schlüter ein Unding: "Schützenvereine sollten den gleichen Regeln unterliegen."

Aber auch bei den Hilfsorganisationen regt sich Unmut. Rosen: "Zumindest an der Verpflegung der Helfer und den Kosten für die Fahrzeuge könnten sich die beiden Vereine beteiligen." Auf der Furth hat es laut Schützen-Chef Josef Steins erste Gespräche gegeben. Auch in Neuss scheinen die kritischen Fragen zuzunehmen.

(NGZ)