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Neuss: "Herr Holle" ist jetzt Chef im Almdorf

Neuss : "Herr Holle" ist jetzt Chef im Almdorf

Als technischer Leiter und "Chef Schnee" in der Skihalle Neuss half Peter Promegger einst mit, dass der Rhein-Kreis seine eigene Piste bekam. Inzwischen lebt er wieder in seiner österreichischen Heimat und betreibt das Almdorf Flachau.

An seinen ersten Besuch in Neuss erinnert sich Peter Promegger noch bestens. Die Skihalle wurde damals gerade gebaut und suchte einen technischen Leiter - und den Österreicher reizte die Herausforderung. Also setzte er sich in den Zug, um zum Vorstellungsgespräch zu fahren. "Ich musste dann vom Bahnhof Neuss zur Baustelle der Skihalle", erinnert sich Promegger. "Als ich dies dem Taxifahrer sagte, schaute er mich erst einmal komisch an und fragte bei seiner Zentrale nach, ob da irgendwo eine Skihalle gebaut wird." 2001 wurde sie eröffnet, und komisch schaut im Taxi heute niemand mehr drein, wenn Fahrgäste zur Skihalle wollen. Im Gegenteil: Der Fahrer brettert dann sofort los. Und Promegger, der als "Chef Schnee" in der Skihalle tätig war und daher gerne mal "Herr Holle" gerufen wurde, hat mit dafür gesorgt, dass der Neusser Gletscher zu einem modernen Markenzeichen der Stadt geworden ist.

Inzwischen hat der 47-Jährige dafür gesorgt, dass ein zweites Markenzeichen entstanden ist: das Almdorf Flachau in seiner österreichischen Heimat. Vor zehn Jahren wurde es in direkter Nähe zur Piste des Ortes im Salzburger Land, der zum Skiverbund Amadé gehört, eröffnet. Promeggers Idee: gemütliche Almhütten schaffen, die den Komfort eines gehobenen Hotels bieten und strategisch gut liegen. Das kam an. Schnell wurde Promegger klar, dass sein ursprünglich fünf Hütten in unterschiedlichen Größen umfassendes Almdorf wachsen muss. 2015 kam in der Nachbarschaft nach 18-monatiger Bauzeit die Promi-Alm mit sieben Chalets hinzu. Während die Chalets der ersten Stunde eher einer Almhütte ähneln, wurde bei der Promi-Alm bewusst mehr auf Glas, Metall, Leder und edlere Stoffe gesetzt. Besucher können zudem in der Tiefgarage parken und mit dem Aufzug in die einzelnen Chalets fahren.

 Schifoan: Bis zur Piste ist es vom Almdorf und der "Promi Alm" nicht weit.
Schifoan: Bis zur Piste ist es vom Almdorf und der "Promi Alm" nicht weit. Foto: Almdorf Flachau
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Die Idee zum Almdorf ist in Neuss gereift. "Ich wurde auffällig oft mit der Frage konfrontiert, ob ich in meiner Heimat komfortable, nicht weit vom Schuss entfernte Almhütten zum Mieten empfehlen könnte", erklärt Promegger. Irgendwann fasste er den Entschluss, ein solches Angebot selbst zu schaffen - und fand ein passendes Grundstück in Flachau. Das bedeutete aber auch: Nach acht Jahren in der Skihalle Neuss zog es Peter Promegger in die Berge des Salzburger Landes zurück. Er macht kein Hehl daraus, dass ihm der Abschied schwer fiel. "Nasse Augen" habe er gehabt, als sich die gemeinsame Zeit mit den Skihallen-Geschäftsführern August Pollen und Johannes Janz dem Ende neigte. "Wir waren ein eingespieltes Team", betont Promegger. Es überrascht daher nicht, dass er auch heute noch mindestens einmal im Jahr als Gast in der Skihalle vorbeischaut. "Übrigens war ich auch der erste Skifahrer dort, darauf bin ich auch nach wie vor ein bisschen stolz", sagt er.

Nach Neuss zieht es den Österreicher immer noch regelmäßig - nicht nur in die Skihalle, sondern auch zum Schützenfest. Peter Promegger ist seit mehr als 15 Jahren Mitglied des Hubertusschützenzuges "Ahl Pänz" unter Leitung von Thomas Derichs. "Mittlerweile kommen auch schon sehr viele Freunde und Bekannte aus Neuss zu mir ins Almdorf - sowohl im Sommer als auch im Winter."

(abu)