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Neuss: "Herberts Havanna Lounge" zieht um

Neuss : "Herberts Havanna Lounge" zieht um

In Kroatien treten Raucher für eine Liberalisierung des seit Mai 2009 geltenden Rauchverbots ein. Ob sich der leidenschaftliche Raucher Herbert Napp der Initiative während seines Urlaubs auf dem Balkan angeschlossen hat, ist nicht bekannt.

Bekannt ist aber, dass der Neusser Bürgermeister seine Zusage eingehalten hat, im "Raucher"-Dauerstreit für das Neusser Rathaus eine "gesetzeskonforme Lösung" vorzuschlagen. Er wird in seinem Amtszimmer künftig nicht mehr rauchen. Das Schild "Herberts Havanna Lounge", das noch seine Bürotür schmückt, könnte in der nächsten Woche nach seiner Rückkehr aus Kroatien abmontiert werden und künftig den Weg zu einem neuen Raucherzimmer weisen, das wenige Schritte entfernt auf dem Dezernenten-Flur eingerichtet werden soll.

Diesen "Königsweg" hatten offenbar Regierungspräsidentin Anne Lütkes, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Napp Mitte August in einem persönlichen Sechs-Augen-Gespräch als "gesetzeskonforme Lösung" angedacht. Seinen Vorschlag brachte Napp noch vor seinem Urlaub auf den Dienstweg. Erster Adressat: Der Landrat des Rhein-Kreises Neuss als Aufsichtsbehörde. Hans-Jürgen Petrauschke reichte das Papier inklusive Zeichnung, das er als "zielführend" bewertet, am Montag auf dem Postweg an die nächste Instanz, die Bezirksregierung in Düsseldorf, weiter.

In einem kurzen persönlichen Gespräch mit Anne Lütkes, der er bei einem Treffen aus anderem Anlass begegnete, gewann er den Eindruck, dass auch die Regierungspräsidentin in der vorgeschlagenen Lösung einen "gangbaren Weg" sehe. Die bestätigte inzwischen auch öffentlich, dass eine Einigung zum Greifen nahe sei: "Er muss sich ja nur an die Gesetze halten."

Herbert Napp lenkt ein und doch wäre so eine für alle Seiten gesichtswahrende Lösung gefunden: Das Bürgermeisterbüro im Rathaus bleibt rauchfrei, der Amtsinhaber kann sich bei Bedarf im Raucherzimmer eine Zigarette anstecken – und alle gesetzlichen Vorgaben werden eingehalten. Wird die sich jetzt abzeichnende Einigung wirklich spruchreif, wäre das letzte Kapitel einer unendlichen Geschichte geschrieben. Bisher hatte Bürgermeister Napp die Meinung vertreten, er könne bei der Arbeit rauchen, weil er Mitarbeiter und Gäste im Besucherzimmer empfange.

(NGZ)