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Helma Holthausen-Krüll ist mit 103 Jahren in Neuss gestorben

Nachruf auf eine Malerin in Neuss : Trauer um die Malerin Holthausen-Krüll

Als vor gut einem Monat die Ausstellung im Atelierhaus unter anderem mit ihren Bildern eröffnet wurde, war ihre Gesundheit zwar schon angeschlagen, aber das hat Helma Holthausen-Krüll nicht im mindestens davon abgehalten, zu registrieren, dass jene Leidenschaft, die sie ihr Leben lang nicht verlassen hat, auch in Neuss gewürdigt wurde.

103 Jahre alt ist die Malerin geworden, in ihrem Haus ist sie nun nach nur kurzer Zeit, in denen sie unter Altersbeschwerden litt, gestorben.

Holthausen-Krüll war einst Schülerin von Max Clarenbach, hat bei ihm die Malerei studiert und dank ihm auch diesen Blick für die niederrheinische Landschaft entwickelt. Bis ins hohe Alter hat die Künstlerin gemalt und gezeichnet, die Erinnerungen an Clarenbach wachgehalten und auf das eigenen Leben mit einem trockenen Humor geschaut. „Einmal Maler, immer Maler“ war so ein Spruch von ihr. Oder: „Wenn man anfängt zu fummeln, wird ein Bild nichts mehr.“ Nichts konnte sie davon abhalten, einen Stift in die Hand zu nehmen und wunderbar kleinteilige Zeichnungen zu machen.

Dass vieles davon als Bilder in ihrem Kopf gespeichert waren, ist nicht nur für sie ein Glücksfall gewesen. Denn irgendwann rebellierte ihr Körper gegen die ständigen Touren nach draußen, mit Pinsel und Farben in der Tasche. Und als es zu beschwerlich wurde, das Atelier in der ersten Etage aufzusuchen, verlegte sie das Malen eben an den Schreibtisch im Erdgeschoss. Ein Buchgestell diente ihr als Staffelei. Das reichte. Bis zum Schluss.