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Helfer in Corona-Krise: Neusser stellt „Türöffner“ Porz-Hook im 3D-Drucker her

Helfer in Corona-Krise : Neusser stellt „Türöffner“ im 3D-Drucker her

Um in Zeiten des Coronavirus möglichst wenig anzufassen, stellt Jan Lukas Waibel spezielle Haken her. Damit sollen sich Türen ohne Berührung öffnen lassen. Der Neusser sucht noch Helfer.

Sie gibt es in allen Farben: Rot, blau und golden schimmern die Türöffner, die Jan Lukas Waibel in seinen 3D-Druckern produziert. „Sie sollen in Zeiten des Coronavirus dabei helfen, den Kontakt mit Oberflächen zu minimieren“, erzählt der Neusser. Und das geht so: Die sogenannten PorzHook haben eine abgerundete Seite, die an einer Klinke eingehakt werden kann. Wird daran gezogen, lässt sich die Tür öffnen, ohne dass die sie zuvor angefasst werden muss. Die andere Seite des PorzHook läuft spitz zusammen. „Damit können zum Beispiel Knöpfe im Fahrstuhl gedrückt werden“, erklärt Waibel. Und nach Gebrauch könne der Haken mit verhältnismäßig weniger Desinfektionsmittel gereinigt werden als eine Türklinke, außerdem werde die Hautflora so geschont.

Auf die Idee zu den PorzHook – das Porz steht übrigens für Tür und Hook für das englische „Haken“ – ist er in der vergangenen Woche gekommen. „Ich habe überlegt, wie ich mich engagieren kann“, erzählt der Neusser. Dabei ist er seinem Fachgebiet treu geblieben: Derzeit macht der 26-Jährige eine Ausbildung zum technischen Produktdesigner. Seit sieben Jahren interessiert er sich für den 3D-Druck. In seiner Freizeit druckt er auf seinen eigenen Maschinen Kostenpflichtiger Inhalt zum Beispiel Neusser Sehenswürdigkeiten aus. In einem 3D-Druck-Forum ist der Neusser dann auf die Anleitung für jene Türöffner gekommen. „Das kam genau richtig“, sagt er. Den ursprünglichen Entwurf hat der Neusser noch einmal nach seinen Vorstellungen überarbeitet. „Mir war es wichtig, dass man die Haken nicht nur durch Drucken, sondern auch durch Fräsen oder Lasern herstellen kann“, erklärt er.

Rund 120 sogenannte PorzHook hat er in den vergangenen drei Tagen bereits hergestellt. Waibel verwendet nachhaltiges Material. Etwa zwölf Stück kann er in zweieinhalb Stunden drucken. „Die ersten habe ich am Sonntag in Briefkästen von Privatleuten verteilt“, erzählt er. Auch eine Tierarztpraxis in Hoisten helfe dabei, die Öffner zu verteilen. Geld nimmt Waibel dafür nicht. „Allerdings können die Leute gerne etwas spenden, damit ich in Zukunft noch mehr herstellen kann“, sagt er. Dazu gibt es einen Flyer, der die Idee hinter dem Türöffner noch einmal genau erklärt. Seitdem er die kleinen Öffner auf seiner Facebookseite 3DPrintNovesia am vergangenen Freitag veröffentlicht hat, habe er viele Anfragen gekommen. Derzeit sucht der Neusser vor allen Dingen nach Mitstreitern, die bei der Produktion helfen. Ein Neusser Unternehmen für Werbetechnik konnte er dafür schon gewinnen, ebenso zwölf Kooperationspartner, die sich in ganz Deutschland beteiligen.

Rund 130 Türöffner hat der Neusser schon gedruckt. Weitere sollen folgen. Foto: Jan Lukas Waibel

„Wer helfen möchte und etwas Lasern, Fräsen oder Drucken kann, kann sich gerne an mich wenden“, sagt er. Den Entwurf hat er auf seiner Website veröffentlicht, stellt ihn aber auch bei Anfrage separat zur Verfügung. „Umso mehr mitmachen, desto besser.“