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Neuss: Heinz Sahnen - 40 Jahre Vereinschef

Neuss : Heinz Sahnen - 40 Jahre Vereinschef

Die SG Erfttal wird 40 Jahre alt. Die Initiative zur Vereinsgründung ging von Heinz Sahnen aus, der den Club auch seit Gründung als Vorsitzender führt. Sein größter Erfolg war die Übernahme der Bezirkssportanlage in die Eigenregie.

Sport war für Heinz Sahnen immer schon auch ein Element der Sozial- und der Gesundheitspolitik. Das erklärt sein ausdauerndes Engagement für die Sport-Gemeinschaft Erfttal, die den Kommunal- und Landespolitiker Sahnen jetzt für 40 Jahre im Amt des Vorsitzenden feierte. Damit ist Sahnen der dienstälteste Vorsitzende eines Neusser Sportvereins, betont Christian Stoffels vom Sportamt.

Dass diese runde Jahreszahl im eigenen Vereinsheim der SG Erfttal gefeiert werden konnte, unterstreicht einen der größten sportpolitischen Erfolge Sahnens. Denn die Stadt wollte die Bezirkssportanlage an der Parisstraße 2012 aus Kostengründen schließen, der SG-Vorstand um den Vorsitzenden sie aber als Sportangebot in dem jungen Ortsteil unbedingt erhalten. Dafür ging der Vorstand am Ende als erster Verein in der Stadt das Wagnis ein, die Sportanlage komplett in Eigenverantwortung zu übernehmen.

Das funktioniert inzwischen seit fast zwei Jahren, ohne dass der Verein die Mitgliedsbeiträge deutlich anheben musste. "Armut ist in Erfttal ein Begriff", erklärt Sahnen diesen Schritt. Und damit Kinder auch dann Sport treiben sollen, wenn sich ihre Eltern selbst den Jugendbeitrag von fünf Euro monatlich nicht leisten können, trainieren mehr als 30 Kinder beitragsfrei. "Möglich machen das der Sozialfonds des Stadtsportverbandes, Sponsoren wie ,1-Drive' und die Solidarität im Verein", sagt Sahnen.

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Mit 40 Jahren an der Spitze der SG Erfttal ist Sahnen auch deren Gründungsvorsitzender. Aus der Taufe gehoben wurde der Verein am 7. März 1975, als Heinz Sahnen elf Mitstreiter um sich scharen konnte. Erfttal, dessen Häuser in den Jahren 1971 bis 1974 gebaut und bezogen worden waren, sollte einen neuen Sportverein bekommen, meinten diese Pioniere. Zu denen gehören auch Werner Schell und Adam Pohl, die ebenfalls von der ersten Stunde an und bis heute in der SG Erfttal aktiv sind. Pohl, inzwischen Ehrenmitglied, betreut nach wie vor eine D-Jugendmannschaft. Heinz Hübiger und Eckhard Pohl, die heute ebenfalls als Aktivposten gelten, kamen nur Wochen später dazu.

Die SG Erfttal musste zunächst erhebliche Widerstände überwinden, denn in Erfttal hatten sich zum Beispiel schon Handballer etabliert. Einen Sportplatz gab es nicht, und die kleine Turnhalle war schon ausgebucht. So startete die SG mit Tischtennis und Fußball, musste ihre Kicker aber in Gnadental trainieren lassen und die Tischtennisplatten nach dem Training immer in den Keller der Grundschule räumen, erinnert sich Sahnen. Die Sportanlage in Erfttal war 1980 fertig, das Sportlerheim wiederum erst 1990 fertiggestellt.

(NGZ)