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Heimatfreunde Neuss: So viel Französisch steckt im Nüsser Platt

Schriftenreihe der Heimatfreunde : So viel Französisch steckt im Nüsser Platt

Die Neusser Heimatfreunde stellen ein lesenswertes, humorvolles Heft vor – zusammengestellt und gestaltet von Wilhelm Schepping und Heinrich Hüsch.

Mag das englische Sorry in Deutschland weit verbreitet sein, der Nüsser sagt immer noch gern Padong – und der Franzose Pardon. Auf ein anderes Beispiel verweist Heinrich Hüsch: „Lamenteere, sagt der Nüsser und lamenter der Franzose. Beide meinen den hochdeutschen Begriff weinen.“ Graphik-Designer Hüsch (62), Spross einer bekannten Neusser Familie und Inhaber der Kommunikationsagentur Hüsch & Hüsch in Aachen, sowie der Mundart-Experte Wilhelm Schepping (90) sind im Auftrag der Heimatfreunde der Frage nachgegangen: Wie viel Französisch steckt in der Neusser Mundart?

 Autor Wilhelm Schepping (links) stellte die Mundartwörter zusammen, Grafik-Designer Heinrich Hüsch lieferte die Illustrationen.
Autor Wilhelm Schepping (links) stellte die Mundartwörter zusammen, Grafik-Designer Heinrich Hüsch lieferte die Illustrationen. Foto: Andreas Woitschützke

Als Antwort legen sie ein unterhaltsames Heft vor, das lesenswert und lehrreich, humorvoll und anregend zugleich ist. 600 Wörter wurden zusammengetragen, die die Verwandtschaft zwischen der Neusser Mundart und dem französischen Ursprung deutlich machen. Hübsch in Tabellen gegliedert, leicht zu konsumieren: verkonsemeere – consommer – essen, speisen. Dem Neusser Wort folgt der französische Ursprung und die Bedeutung in Neuss.

 Heinrich Hüsch
Heinrich Hüsch Foto: Hüsch
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Nach der Eroberung des Rheinlandes 1794 durch die Truppen Napoleons wurde etwa zwanzig Jahre lang auch hierzulande Französisch „parliert“, also gesprochen. Manches blieb bis heute dazu erhalten. Daran erinnert des Heft „Nüsser Französisch“, für das Wilhelm Schepping als Autor fungierte und Heinrich Hüsch anschaulich 18 unterschiedliche Lebensbereiche illustrierte, aus denen die Vokabeln in Kapiteln sortiert wurden.

Nach Ansicht von Heimatfreunde-Chef Christoph Napp-Saarbourg hat die Franzosenzeit bis heute viele Spuren im Nüsser Platt hinterlassen, „die aber sprachlich derart eingeneussert wurden, dass sie damals wie heute kaum als Import bewusst wurden und sind.“ Erstmal habe 1978 die unvergessene Neusser Mundartdichterin Sophie Trembleau (1920-2010) den Einfluss des Französischen auf die Sprache der Neusser thematisiert. Nun sei es an der Zeit für eine aktuelle Bestandsaufnahme. Die liegt nun druckfrisch vor, als 9. Heft der Reihe „Kleine Neusser Bibliothek“, verlegt von der Vereinigung der Neusser Heimatfreunde. Das Exemplar kostet 4,50 Euro und ist erhältlich bei der Einhorn-Apotheke am Büchel, der Heimatfreunde-Geschäftsstelle an der Michaelstraße und im Neusser Buchhandel.

Gestaltet wurde die Schriftenreihe der Heimatfreunde Reihe von der Werbeagentur/Webagentur Hüsch & Hüsch, die seit mehr als 30 Jahren erfolgreich ist und in Neuss vielfach sichtbar ist – von Büchern zu Neuss, über Logos und Plakaten bis hin zu Informationstafeln und Bronzereliefs.

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(lue-)