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Serie Senioren in Neuss: Hausnotruf: Sicherheit auf Knopfdruck

Serie Senioren in Neuss : Hausnotruf: Sicherheit auf Knopfdruck

Im Notfall reicht ein Knopfdruck, damit Hilfe kommt. Die Hausnotrufsysteme der Wohlfahrtsverbände im Rhein-Kreis bieten alleinlebenden Senioren die Sicherheit, schnell Hilfe zu bekommen. Fehlalarme sind selten – und meist Folge von Einsamkeit.

Im Notfall reicht ein Knopfdruck, damit Hilfe kommt. Die Hausnotrufsysteme der Wohlfahrtsverbände im Rhein-Kreis bieten alleinlebenden Senioren die Sicherheit, schnell Hilfe zu bekommen. Fehlalarme sind selten — und meist Folge von Einsamkeit.

Ursula Schumacher ist froh, dass sie den Hausnotruf des Caritas-Verbandes hat. Die 76-Jährige lebt allein in ihrer Wohnung und kommt auch ganz gut zurecht. Die Einkäufe erledigt ihre Tochter. Doch eine 100-prozentige Sicherheit bietet ihr die Betreuung ihrer Angehörigen, die alle berufstätig sind, nicht. "Ich habe seit etwa zehn Jahren das Hausnotrufsystem und weiß nicht, was schon alles passiert wäre, wenn ich nicht den Knopf hätte drücken können", sagt sie.

Und immer mehr denken und entscheiden wie sie. Ursula Schumacher hat den Notrufdienst bereits dreimal in Anspruch nehmen müssen. "Ich lag auf dem Boden und war glücklich darüber, dass ich das Gerät um den Hals hängen hatte." Nicht lange musste sie auf Hilfe warten. Und bis die Helfer eintrafen, blieben die Mitarbeiter der Notrufzentrale in der Leitung, um die Seniorin zu beruhigen. "Ohne den Hausnotruf würde ich in der Angst leben, dass etwas passiert.

So weiß ich, ich bekomme schnell Hilfe", sagt sie. Das System des Hausnotrufes ist bei allen Anbietern gleich: Das durch den Knopfdruck ausgelöste Funksignal nimmt das Hausnotrufgerät — das als Medaillon um den Hals getragen wird — sofort auf und verbindet automatisch mit der Hausnotrufzentrale des jeweiligen Anbieters. Diese Möglichkeit nehmen vor allem ältere Menschen in Anspruch, die krank sind oder manchmal schnell Hilfe brauchen.

532 Menschen im Rhein-Kreis sind es, die allein das Angebot des Caritas-Verbandes in Anspruch nehmen. "Nicht nur die Senioren profitieren davon, auch die Angehörigen fühlen sich sicherer", weiß Karola Fischer-Wolff, Leiterin der Ambulanten Dienste. "Im Falle des Falles genügt ein Knopfdruck und Hilfe ist unterwegs. Die Mitarbeiter der Zentrale können mit dem älteren Menschen über das Gerät reden, denn wenn jemand stürzt und auf Hilfe wartet, vergeht die Zeit sehr langsam.

Je nach Absprache rufen die Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale dann die Angehörigen oder einen Rettungswagen." Viele Menschen — gerade die der älteren Generation — mögen es ihrer Erfahrung nach nicht, andere zu belasten. "Der Hausnotruf ermöglicht es ihnen, länger in der gewohnten Umgebung bleiben zu können." Hinzu kommt der soziale Aspekt. Neben Geburtstagsglückwünschen hat der Caritas-Verband jetzt auch eine Kundenzufriedenheitsabfrage und ein Beschwerdemanagement eingerichtet.

"Oft ist das Notrufgerät auch die einzige Verbindung zur Außenwelt", sagt Fischer-Wolff. Hausnotruf-Teilnehmer seien in der Regel alleinlebend und suchten Trost, Kontakt und Möglichkeiten zum Gespräch, da sie dieses innerhalb ihrer eigenen vier Wände sehr vermissen. "Das nennen wir Fehlalarm. Die Zentrale meldet uns etwa vier bis fünf solcher Rufe im Monat", sagt die Caritas-Expertin. Neben dem Caritas-Verband bieten auch etwa die Diakonie oder die Malteser ein solches Hausnotrufsystem an.

Malteser-Dienstleiter Patrick Wienen betont die Bedeutung der Einrichtung: "Installiert wird das System von fachkundigen Mitarbeitern, die den — in der Regel älteren Menschen — genau erklären, wie es funktioniert. Auch das ist ein Aspekt der Sicherheit", weiß er.

(NGZ/rl)