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Neuss: Haushaltsplan hilft sparen

Neuss : Haushaltsplan hilft sparen

Viele Jugendliche kennen das Problem: Am Ende des Monats ist vom Taschengeld nur noch wenig übrig. Ein Haushaltsplan hilft dabei, Einnahmen und Ausgaben zu kontrollieren. Wie das geht, haben Neusser Schüler gelernt.

Es quietscht, das zahnschmelzende Geräusch der Kreide auf der Tafel. Iris Digel zeichnet ein großes "T" . Links oben schreibt die Lehrerin "Einnahmen", rechts "Ausgaben". Die Fragezeichen in den Gesichtern ihrer Schüler sind groß. "Ein Haushaltsplan, was soll das denn sein?", fragt Aynur. Prompt kommt die Antwort von Max: "Meine Mutter hat auch so etwas. Damit plant sie, was sie für uns zu Hause einkauft." Die Lehrerin der 9b greift ein, erklärt, dass der Haushaltsplan nicht nur Hausfrauen betrifft, sondern alle. "Denn wer von euch stand noch nie vor dem Problem, dass das Taschengeld plötzlich viel zu früh aufgebraucht war?" Da meldet sich keiner.

Anhand alltäglicher Beispiele veranschaulicht Iris Digel die Thematik: Der Schokoriegel am Kiosk oder der Einkauf per Mausklick im Internet. Viele Beträge gibt man schnell für Dinge aus, die man nicht wirklich benötigt. Und genau das Geld fehlt später in der Haushaltskasse. Ein Haushaltsplan hilft, die Ausgaben zu überblicken. Wenn man ihn immer ordentlich führt.

Ein Vokabelheft, einen Stift und alle Kassenbelege, mehr benötigt man nicht, um einen Haushaltsplan zu führen. "Er dient dazu, Einnahmen wie Ausgaben zu erfassen und zu analysieren", erläutert Digel. In vielen Fällen lassen sich dadurch überflüssige Kosten aufzeigen. "Kleinvieh macht in der Summe auch viel Mist." Und den gilt es zu erkennen.

Natürlich kann auch eine Excel-Tabelle als Unterstützung dienen. Unabhängig von seiner Form helfe ein Haushaltsplan, die Ausgaben permanent im Blick zu behalten, fügt Iris Digel hinzu. Besonders hilft der Haushaltsplan, die monatlichen festen Kosten und das gesamte verfügbare Geld nicht aus den Augen zu verlieren.

Iris Digel stellt dabei zwei zentrale Fragen: "Welcher Betrag steht mir monatlich insgesamt zur Verfügung und welche regelmäßigen Ausgaben habe ich?" Auf Anhieb können ihre Schüler das nicht beziffern. Sie merken schnell, dass es sinnvoll ist, die eigenen Kosten über einen längeren Zeitraum zu beobachten, indem man sie dokumentiert. "Zwei bis drei Monate sollten es für den Anfang schon sein", rät die Lehrerin. Hilfreich ist es, die Ausgaben in verschiedene Kategorien einzuteilen, wie Essen, Kleidung, Handy oder Partys. Die Verbraucherzentrale NRW bietet vorgefertigte Haushaltspläne digital oder in Papierform an. Die konsequente Auflistung aller Posten hilft, das eigene Ausgabeverhalten zu verdeutlichen. Das hilft, die eigenen Finanzen für die Zukunft besser zu planen. "Also bringt mir das ja richtig was" ruft ein Schüler in die Klasse. "Ist doch klar", sagt Sitznachbarin Sofie. "Es gibt keine bösen Überraschungen mehr. Denn Du weißt, was Du für die nächste Party übrig hast."

(NGZ)