Neuss: Haus sanieren, Energie sparen

Neuss: Haus sanieren, Energie sparen

Rund 3000 Besucher aus der Region informierten sich auf der "Smart-Energie" über die Möglichkeiten, Immobilien energetisch zu modernisieren. Die NGZ hat Neusser Hauseigentümer beim Rundgang über die Messe begleitet.

Der Name lässt es vermuten: Die "Smart-Energie" — die Energie-Messe der Kreishandwerkerschaft Niederrhein — ist etwas für clevere, kosten- und umweltbewusste Menschen. Keine Vermutung ist, dass es davon im Rhein-Kreis Neuss ziemlich viele gibt.

Rund 3000 Besucher aus der Region, vornehmlich Immobilieneigentümer, aber auch Mieter, informierten sich am vergangenen Wochenende in der Stadthalle über die Häuser und Wohnungen der Zukunft.

Darunter: das Ehepaar Heike und Nikolaus Schünemann aus Neuss. Die Schünemanns sind Eigentümer eines mehr als 40 Jahre alten Dreifamilienhauses in Weißenberg: Baujahr 1969, 303 Quadratmeter, freistehend, alte Heizung, alte Fenster, ungedämmtes Dach. Um in Zukunft Energiekosten zu sparen, wollen die beiden ihr Haus energetisch sanieren.

Die NGZ hat das Ehepaar bei seinem Rundgang durch die Ausstellungshallen begleitet.

Fenster Von denen hat das Haus der Schünemanns viele. Die meisten haben alte Alu-Rahmen. Uwe Wiegand, Außendienstmitarbeiter bei der Firma "Heim und Haus", sagt: "Neue Fenster müssen sein, weil alte, undichte Fenster warme Luft regelrecht aus dem Haus heraussaugen. Hinzu kommt: Glas und Rahmen haben bei modernen Modellen eine höhere Dichte. Eine Investition in neue Fenster spart Energiekosten und erhöht den Einbruchsschutz." Was das Finanzielle betrifft: Mit circa 500 Euro pro Quadratmeter Fenster müssen Sanierungswillige rechnen.

Heizung Die Schünemanns heizen derzeit mit Gas. Kai Kreher, Geschäftsführer der Firma Hoennesen Sanitär und Heizungssysteme, sagt: "Eine moderne Gas-Brenntherme ist zuverlässig, hat geringe Wartungskosten und arbeitet energieeffizient, das heißt: Der Stoff, der verbrannt wird, wird optimal genutzt." Wie teuer eine neue Heizungsanlage ist, richtet sich nach der Größe des Wohnfläche oder nach der Anzahl der Badezimmer. Kostenpunkt bei den Schünemanns: etwa 3800 Euro plus 600 Euro für eine Kaminsanierung. Krehers Tipp: "Kaufen Sie sich ein Gerät von dem Hersteller, mit dem sich Ihr Handwerker am besten auskennt."

Dach Das Haus der Schünemanns hat ein Spitzdach mit geschätzten 240 Quadratmetern Fläche. Peter Kozur von der Firma Riemel Bedachung erklärt: "Das A und O ist die Dämmung. Die Höhe der Dachsparren wird bei der Sanierung verdoppelt, spezielle Folien und Dämmmaterial sorgen dafür, dass warme Luft nicht übers Dach entweicht." Kosten: 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter Dach.

Finanzierung Die staatliche KfW-Bank vergibt günstige Kredite aus verschiedenen Förderprogrammen für Hauseigentümer, die ihre Immobilie energetisch sanieren möchten. Die Zinssätze liegen, je nach Energiesparwirkung der Modernisierung, zwischen 1,9 und vier Prozent. Die KfW-Mittel besorgt für den Kunden die Sparkasse.

(NGZ)