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100 Jahre Lukaskrankenhaus: Haus in der Tradition des Samariters

100 Jahre Lukaskrankenhaus : Haus in der Tradition des Samariters

Hand aufs Herz: Wer geht schon gern ins Krankenhaus? Gesunden fallen selbst Besuche oft schwer. Themen um Krankheit, Arzt und Krankenhaus werden gern verdrängt – doch irgendwann holen sie alle Menschen ein. Wenn die Verletzung, wenn die Erkrankung so gravierend ist, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht mehr ausreichen, dann sind alle froh und dankbar, dass es sie gibt: die Ärzte und das Krankenhaus. Weil alle gern einen Bogen um die Krankenhäuser machen, ist Vertrauen in die Ärzte und die Kliniken um so wichtiger.

Das Neusser Lukaskrankenhaus ist so ein Angebot der Gesundheitsvorsorge, dem sich jährlich 100 000 Patienten anvertrauen. 518 Betten stehen an der Preußenstraße für die stationäre Behandlung zur Verfügung; 1300 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von 130 Millionen Euro. Das Lukaskrankenhaus ist eine Säule der medizinischen Versorgung und zugleich ein Wirtschaftsfaktor in Stadt und Kreis Neuss.

Weil das so ist, feiert das Lukaskrankenhaus völlig zu Recht und mit Stolz sein 100-jähriges Bestehen – mit einem Festakt am vergangenen Sonntag und einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 10. Juli, der die Neusser in ihr "Lukas" locken wird.

Die Bereitschaft, Kranke, Alte und Schwache zu pflegen, ist alt, ist urchristlich, ist biblischer Natur. Jeder kennt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, der einem Mann hilft, der unter die Räuber geriet und schwer verletzt am Wegesrand lag. Auf diese Geschichte aus dem Lukas-Evangelium gründet letztlich der Appell zur tätigen Nächstenliebe. Mag Operation also viel mit Technologie und Handwerk zu tun haben, sie kommt wie Diagnostik und Therapie nicht ohne menschliche Zuwendung aus. Oder: Alle Technik und ärztliche Kunst verpuffen zu einem guten Teil, wenn der Patient nicht den Zuspruch erfährt, der ihm zuversichtliche Kraft verleiht. Der Mensch ist Leib und Seele – und beide müssen in einem Krankenhaus angesprochen werden, sonst wird der Patient nicht gesund.

So ist es kein Zufall, dass viele Krankenhäuser – und eben auch das "Lukas" – von kirchlichen Orden gegründet wurden. Bis 1987 haben die Neusser Augustinerinnen das Haus geführt. Ihren Geist haben die städtischen Nachfolger bis heute zu einem guten Teil bewahrt. Das zählt ebenso wie die rund 200 Millionen Euro, die seither von der Stadt Neuss in die Modernisierung des "Lukas" investiert wurden. Ohne Moos nix los – ohne Menschen nutzt Moos nix. – Danke, "Lukas"!

Viel Freude beim Lesen wünscht Ludger Baten