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Neuss: Haus der Jugend soll sparen

Neuss : Haus der Jugend soll sparen

Für 2013 droht die Zusammenlegung mit dem Greyhound Pier 1 und damit das Aus, im nächsten Jahr soll es 25.000 Euro weniger Zuschüsse geben: Das Haus der Jugend steht vor schweren Zeiten.

Hip-Hop, Schauspielern oder Werken – die Zwölf- bis 15-Jährigen, die in den Herbstferien zu den "Neusser Mädchentagen" ins Haus der Jugend kamen, hatten ihren Spaß. Ob ihnen im kommenden Jahr dieses oder ein ähnliches Angebot am Hamtorwall gemacht werden kann, ist fraglich.

Denn dem "Haus" sollen Zuschüsse gekürzt werden: 25.000 Euro sollen weniger fließen, geht es nach dem Vorschlag der Verwaltung, über den Jugendhilfeausschuss (JHA), der nächste Woche berät. Das ist nur der Anfang, denn letztlich geht es um das Aus der gesamten Einrichtung, die mit dem Greyhound Pier 1 zusammengelegt werden soll.

Die Jugendverwaltung hat 2009 aufgetragen bekommen, in 2010 50 000 Euro, in 2011 150.000 Euro sowie im kommenden Jahr 300.000 Euro einzusparen. "Ohne Zusammenlegung der beiden Einrichtung ist das Sparziel nicht zu erreichen", sagt der Jugend- und Sozialdezernent Stefan Hahn. Denn in der offenen Jugendarbeit geht es um jährlich 130.000 Euro – so hoch ist der städtische Zuschuss an den kirchlichen Verein "Offene Tür und Stadt", der das Haus der Jugend betreibt.

Weil der JHA zuletzt sich gegen eine sofortige Zusammenlegung ausgesprochen hatte – und auch die CDU-Fraktion am Wochenende dieses Thema bei den Sparberatungen für 2012 nicht aufrief – sucht Beigeordneter Hahn nach Alternativen, um für 2012 die 130.000 Euro einzusparen. Seien Rechnung: 25.000 Euro ergibt die Übertragung der Trägerschaft für den Abenteuerspielplatz Erfttal an den SKM; weitere 25.000 Euro die Zuschusskürzung für das "Haus" sowie 80.000 Euro Einsparungen in der Jugendberufshilfe.

"Sollte es zu einer solchen Kürzung kommen, hätte das wohl fatale Auswirkungen auf den Personalschlüssel und damit auf die Angebotsvielfalt", sagt Andreas Franzen vom Haus der Jugend. Die Zusammenlegungspläne hatten im Sommer Kritik ausgelöst. Sie wurden von Oberpfarrer Monsignore Guido Assmann ebenso abgelehnt wie von Albert Wunsch, dem früheren Leiter des katholischen Jugendamtes, heute Dozent an der Katholischen Fachhochschule.

Er pocht auf das Subsidiaritätsprinzip, das besagt, dass die Stadt in der Jugendarbeit nur dann eigene Einrichtungen anbietet, wenn sich kein freier Träger findet. "Hier aber ist die katholische Kirche seit mehr als 40 Jahren mit dem Haus der Jugend erfolgreich." Den Protesten für einen Erhalt schlossen sich auf Junge Union und die Bündnisgrünen an. Aber es gab auch andere Stimmen, so zeigten sich die Jungen Liberalen offen für Synergieeffekte, wenn die bisherigen Angebote in ähnlichem Umfang erhalten blieben.

(NGZ)