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Neuss: "Haus der Diakonie" ist Treffpunkt in der City

Neuss : "Haus der Diakonie" ist Treffpunkt in der City

Vor zwei Jahren hat die Diakonie am Konvent einen neuen, zentraleren Standort bezogen. Das Konzept ist ihr zufolge aufgegangen.

Der Mittagstisch ist beendet. Es gab Spaghetti Bolognese für die Besucher. Zeit für die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Hof-Café des "Hauses der Diakonie" in der Neusser Innenstadt, selbst eine kleine Pause zu machen und sich mit den verbliebenen Gästen zu unterhalten.

Vor zwei Jahren hat das Diakonische Werk der evangelischen Kirchengemeinden Neuss sein Haus am Konvent bezogen. Mit der Wahl dieses zentralen Standorts wollte man raus aus der Abgeschiedenheit am Stadtarchiv. "Dort waren wir sehr abgeschottet, was wiederum auch für Berührungsängste sorgte", sagt Einrichtungsleiterin Irmgard Beyer. Zwar habe es zuvor Bedenken über einen solch präsenten Standort gegeben, berichtet Diakonie-Vorstandsvorsitzender Christoph Halvers, "aber mit der Zeit haben wir erkannt, dass genau diese Offenheit besser für unser Klientel ist".

Am Zugang zum Meererhof, auf rund 900 Quadratmetern und über mehrere Etagen verteilt, sind auch die Jugendberatungsstelle, der häusliche Hospizdienst und das sozialpsychiatrisches Zentrum untergebracht. Hier findet offene Beratung statt, in einem anderen Raum vormittags Ergotherapie. Anschließend können die Besucher am Kickertisch spielen und das Internet nutzen. Ein Arbeitstisch und die Regale zeigen, dass hier gerne kreativ gearbeitet wird. "Wir möchten uns künstlerisch und kulturell präsentieren", erzählt Christoph Harvers. Die Ergebnisse hängen unter anderem an den Wänden im Foyer und des Cafés.

Wer lieber bastelt, singt, Skat spielt, Literatur mag und selbst schreiben möchte, findet im "Haus der Diakonie" entsprechende Möglichkeiten. "Wir möchten noch mehr für junge Erwachsene anbieten, um diejenigen weiter anzusprechen, die aus der Jugendberatungsstelle herauskommen", erklärt Irmgard Beyer, die gerne wieder eine Kochgruppe für junge Männer einrichten möchte.

Alexandra Larisch bereitet zusammen mit einer hauptamtlichen Kraft stets das Mittagessen im Hof-Café zu. Neben kleinen Snacks wie Sandwiches oder Bockwurst mit Kartoffelsalat, die es über den ganzen Tag gibt, wird zur Mittagszeit eine besondere Mahlzeit serviert. "Einmal die Woche gibt es etwas Vegetarisches, sonst immer Salat dazu und einen Nachtisch", sagt die gelernte Köchin. Rund 30 Gerichte werden jeden Mittag herausgegeben. Nachmittags steht eine Auswahl an selbst gebackenem Kuchen zum Kaffee bereit.

Dann hilft Michael Welß gerne für ein paar Stunden mit. Der Kontakt mit den Gästen beim Bedienen macht ihm große Freude. Er gehört zu einem Team aus rund 20 ehrenamtlichen Helfern. Sie alle kommen aus der sozialpsychiatrischen Betreuung des Diakonischen Werks und finden bei der Arbeit im Café eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. "Die Idee dahinter ist, dass sie hier nicht nur unter sich sind, sondern auch auf andere Leute treffen", erklärt Einrichtungsleiterin Beyer.

(NGZ)