Hauptbahnhof Neuss wird zum Sanierungsgebiet

Bürgerinformation zur Stadtplanung: 432 Ideen für ein neues Bahnhofsumfeld in Neuss

Stadt stellt Bürgern Handlungsfelder und Projekte für das größte innerstädtische Sanierungsgebiet vor.

432 Anregungen und Vorschläge haben die Neusser zur Um- und Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes gemacht. Aus dieser Fülle entwickelte das Dortmunder Büro „Schulten Stadt- und Raumentwicklung“ gemeinsam mit der Stadtverwaltung 32 Projektvorschläge, die am Dienstagabend rund 100 Interessierten in einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurden. „Stimmt der Kurs?“, war die unausgesprochene Frage hinter dieser Veranstaltung. Sie sollte als Positionsbestimmung dienen, bevor Richtung Herbst ein Handlungskonzept erarbeitet wird, mit dem die Stadt dann um Fördergelder für Projekte in dem definierten Sanierungsgebiet Hauptbahnhof werben kann.

Das erstreckt sich über 67 Hektar – zuzüglich 30 Hektar Bahngelände. Diesem, das fand Marc Lucas Schulten bei der Bürgerinfo bestätigt, kommt eine Schlüsselrolle in dem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK) zu. So stellt sein Büro auch das Ziel, den Hauptbahnhof zur Mobilitätsdrehscheibe und zum attraktiven Stadteingang auszubauen, in einem Katalog mit zehn Leitzielen vornan.

Als Maßnahmen dazu werden unter anderem die Umgestaltung des Theodor-Heuss-Platzes zu einem funktionalen Stadtplatz, die Aufwertung der Unterführung Further Straße und eine attraktive Gestaltung aller Eingänge und Vorplätze des Hauptbahnhofes genannt. Wenig überraschend – aber dringlich.

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Neben Fragen des Städtebaus werden vier weitere Handlungsfelder ausgemacht. So wird die Schaffung einer Mobilitätsstation mit Angeboten wie Carsharing oder Elektroladesäulen beim Thema Verkehr angeregt – oder ein „Micro-Hub“ zur innerstädtischen Paketverteilung. Es geht um Wohnen in einem sozial gemischten Quartier, die Schaffung neuer Grünstrukturen aber auch um Kultur. Die Probebühne des Landestheaters, so lautet eine konkrete Idee dazu, soll zur Kulturstätte im Bahnhofsviertel werden.

Planungsdezernent Christoph Hölters nimmt aus dem bisherigen Verfahren mit: „Die Menschen interessieren und engagieren sich“.

(-nau)
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