Handy am Steuer - Autofahrer auf A 57 erwischt

A57 in Richtung Köln : 62 Anzeigen in 100 Minuten wegen Handy-Missbrauchs am Steuer

Bei einer groß angelegten Polizeikontrolle sind der Autobahnpolizei auf der A57 in weniger als zwei Stunden 62 Handy-Sünder am Steuer ins Visier geraten. Darunter ein Fahrer eines Linienbusses.

Beamte der Autobahnwachen Hilden und Mönchengladbach haben am Mittwochnachmittag die gemeinsame Kontrolle im Kampf gegen den Handy-Missbrauch am Steuer durchgeführt. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Gerade bei der Anschlussstelle Neuss-Hafen in Richtung Köln, wo es oft zu Staus und zäh fließendem Verkehr kommt, habe die Polizei in der Vergangenheit wiederholt Verstöße gegen das Handy-Verbot festgestellt.

"Wer bei Tempo 50 zwei Sekunden aufs Display seines Handys schaut, fährt 30 Meter im Blindflug", betont ein Sprecher der Kreispolizei. "Und wer am Steuer Textnachrichten schreibt oder liest, fährt wie ein Verkehrsteilnehmer mit 1,1 Promille." 42 Fahrzeugführer habe die Polizei wegen unerlaubten Gebrauchs von einem Handy am Steuer angezeigt. Auf die Fahrer wartet eine Strafzahlung von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Telefoniert hätten laut Polizeiangaben die wenigsten. Nur 18 Personen seien beim Telefonieren erwischt worden. Die Großteil der Fahrer (44) seien mit Handy-Nachrichten beschäftigt gewesen. Besonders wunderte sich die Polizei über einen Fahrer eines vollbesetzten Linienbusses, der während der Fahrt telefonierte, heißt es in dem Bericht.

Die Polizei kündigt weitere Kontrollen an und weist auf die Gefährlichkeit der Handynutzung und der damit verbundenen Ablenkung hin. Falls möglich, winkt die Polizei die ertappten Verkehrsteilnehmer heraus — aber nicht in jedem Fall. "Wir halten die Verstöße auch mit Fotomaterial fest. Die Anzeigen werden per Post zugestellt", erklärte ein Sprecher der Autobahnpolizei in Düsseldorf am Donnerstag auf Anfrage.

Auch die Polizei im Rhein-Kreis Neuss führt mit Blick auf Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer regelmäßig Kontrollen durch. Das soll für mehr Sicherheit sorgen, Autofahrer sensibilisieren und auf Gefahren hinweisen.

(klik/abu)