1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Handel lockt mit Rabatten

Neuss : Handel lockt mit Rabatten

Offiziell gibt es den Winterschlussverkauf nicht mehr, dennoch sind viele Waren bereits stark reduziert. Die Händler in der Innenstadt locken mit Rabatten von bis zu 70 Prozent, um ihre Lager für die Frühjahrsware zu räumen.

In der Innenstadt gehen die Preise der Händler steil nach unten, fast alle Geschäfte locken die Kunden mit Rabatten: Los geht es mit Preisnachlässen von 20 Prozent, etwa bei Herrenmoden Hasselbach oder der Modekette Orsay. Kaufhof gewährt bis zu 50 Prozent Nachlass, Esprit wirbt bis zu 70 Prozent Rabatt.

"Wegen der milden Temperaturen sind viele Winterwaren nicht verkauft worden", sagt Thomas Toll, Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäfts und stellvertretender Vorsitzender der Händlergemeinschaft ZIN.

Auch das Schuhaus Toll wirbt mit dem Spruch "Schluss, aus, raus" um die Gunst der Kunden. "Kein Einzelhändler kann sich der Rabattschlacht nach Weihnachten entziehen", sagt Toll.

Dabei startete der offizielle Winterschlussverkauf (WSV) früher erst am letzten Montag im Januar. "Aber das hat sich weit nach vorne verschoben", sagt Kaufhof-Geschäftsführer Heinz-Werner Tscheche. Denn gerade nach Weihnachten suchten die Kunden gezielt nach Preisnachlässen. Das Kaufhaus will sich schnellstmöglichst von der liegen gebliebenen Winterware trennen — "Jacken, Mäntel, Pullover und warme Socken sind am stärksten reduziert", sagt Tscheche.

Ob die Rabatte Wirkung zeigen, darüber herrscht keine Einigkeit bei den Händlern: "Noch immer fehlt das richtig kalte Wetter", sagt Zin-Vizechef Thomas Toll. "Deswegen ist die Nachfrage nach gefütterter Ware nicht sehr hoch", erzählt der Schuh-Fachhändler. Da könnten auch Preisnachlässe nur wenig bewirken, sagt Toll.

Doch nicht jeder Einzelhändler ist so pessimistisch: "In diesem Jahr wird der Winterschlussverkauf besser laufen als 2011", sagt Jochen Niehoff, Geschäftsführer des Modehauses Heinemann.

Denn Schnee, Eis und Kälte verdarben den Geschäftsleuten im vergangenen Jahr das Geschäft: "Die Kunden sind lieber zu Hause geblieben", erzählt Niehoff, der in seinem Geschäft Rabatte von bis zu 60 Prozent anbietet, um die restlichen Winterwaren zu verkaufen. "Der Winterschlussverkauf ist bei den Kunden eine gut geübte Praxis", so Niehoff.

Der offizielle "WSV" — den es ebenso wie den Sommerschlussverkauf bereits seit dem Jahr 2004 nicht mehr gibt — habe an Bedeutung verloren, sagt ZIN-Vizechef Toll. Denn früher durften nur in einem begrenzten Zeitraum von zwei Wochen Rabatte angeboten werden.

Nun bekommen die Kunden früher und länger Preisnachlässe. Zudem gibt es nicht nur den nach-weihnachtlichen Schlussverkauf, sondern weitere "Sales", die über das Jahr verteilt sind. So wird es den ganzen Januar über Rabatte geben — bis die Händler die "Final Season" ("Schluss Saison") ausrufen, um bis Ende des Monats die Reste der Winterkollektion verkaufen zu können.

(NGZ)