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Neuss: Hafenkopf: Jetzt wird gebaut

Neuss : Hafenkopf: Jetzt wird gebaut

Bis zum Schützenfest sollen der Hafenkopf umgestaltet und die Promenade am Hafenbecken I fertig sein, jetzt haben die Arbeiten begonnen. Fast zwei Millionen Euro kostet das Vorhaben, das die Innenstadt näher ans Wasser bringt.

Ob es das wichtigste Tor zur Innenstadt ist, hängt von der individuellen Sichtweise ab. Zumindest steuern über die Hammer Landstraße viele Düsseldorfer die Neusser City an, registrieren dort eine rege Bautätigkeit. Allen voran der mächtige Gebäudekomplex "Romaneum", in dem bald Volkshochschule, Musikschule und Fernuni einziehen werden. Schräg gegenüber schaufeln Bagger fleißig Erde aus und legen eine schon seit Tagen deutlich sichtbare Spur parallel zum Hafenbecken I. Das wird einmal die Promenade werden, die sich zunächst bis zum UCI-Kino ziehen wird. Und am Hafenkopf wird ein Platz entstehen, der die Innenstadt noch ein gutes Stück näher ans Wasser rückt.

Offiziell durfte es am Hafenkopf erst am 1. April los gehen und keinen Tag früher. Das liegt, sagt der Geschäftsführer der federführenden Stadthafen GmbH, Klaus Harnischmacher, an dem etwas unüblichen Genehmigungsverfahren. Herrin ist in diesem Fall nicht die Stadt, sondern die Bezirksregierung. Weil es sich um eine wasserrechtliche Baugenehmigung handelt, gab es diese erst ab dem 1. April – "denn vom 1. April bis zum 31. Oktober gilt die hochwasserfreie Zeit, in der gebaut werden darf". Diese Zeitspanne will die Stadthafen GmbH auf keinen Fall ausnutzen. Vielmehr soll das unter zwei Millionen Euro teure Vorhaben bis zum 15. August komplett fertig sein. Die Neusser ahnen warum: "Rechtzeitig zum Schützenfest", sagt Harnischmacher. Gelingt dies wider Erwarten nicht, so ist das bauausführende Unternehmen Wayss & Freytag vertraglich verpflichtet, die Baustelle abzubauen, damit die Schützen sich dort wie gewohnt aufstellen können. "Aber wir werden fertig", versichert Harnischmacher.

Am morgigen Mittwoch will die Baufirma beginnen, die Pläne des Architekten Professor Ulrich Coersmeier und der Landschaftsarchitekten Kipar umzusetzen. Dazu muss in einem ersten Schritt der Hafenschlamm unterhalb des Abflussrohres der Obererft beseitigt werden. Nach den notwendigen Vorarbeiten soll es ab dem 29. April mit einem "Spatenstich" richtig los gehen. Im Bereich des Hafenkopfes soll eine Treppenkonstruktion mit 15 Stufen – ähnlich wie vor dem Zeughaus – ans Wasser führen und dort zum Verweilen einladen. Treppen sind auch parallel des Hafenbeckens vorgesehen. Dazu wird der bislang mit der Batteriestraße höhengleiche Bereich direkt am Ufer abgetragen. Im Bereich der neuen Hafenmole wird auch die Zwangsarbeiterstele des Düsseldorfer Künstlers Nils Kemmerling stehen.

(NGZ)