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München/Rhein-Kreis: Hafen, Hightech und Hotel

München/Rhein-Kreis : Hafen, Hightech und Hotel

Drei alte Speicher sind Basis für ein Projekt, das Arbeiten und Freizeit mit der Faszination Hafen verbindet. Nach einer ersten Präsentation im Juni zeigt Projektentwickler LO-projects auf der Messe Expo Real in München neue Details.

Es ist die Macht der Bilder, die bei der Expo Real die Aufmerksamkeit auf das Projekt lenkt, das die alten Backstein-Speicher auf dem Werhahn-Gelände am Hafen in ein modernes Zentrum für Arbeit und Freizeit verwandeln soll. Was die Neusser derzeit im Bereich der Düsseldorfer Straße als triste Industriebrache erleben, könnte in absehbarer Zeit einer der Top-Anziehungspunkte in der City werden.

Mit goldener Fassade: Ein Hotel soll neben den alten Speichern entstehen. Foto: Lox

Projektentwickler Rainer Kohl, Geschäftsführer von LO-projects in Düsseldorf, zeigt bis Mittwoch in München Animationen, die die denkmalgeschützen Gebäude der Neusser Lagerhaus-Gesellschaft mit modernen, größtenteils gläsernen Aufbauten kombinieren.

Der „Technolymp“, ein Ausstellungsraum für Edel-Automobile. Foto: Lox

In direkter Nachbarschaft ist ein Hotel geplant, Projektname "LO9-rheingold". Kohl spricht von einem "Erlebnis-Hotel mit fantastischem Hafenblick". Architektonischer Höhepunkt könnte ein weit sichtbares Fassaden-Relief in gleißendem Gold sein. Die Daten zum Projekt: Drei-Sterne-Hotel, Gesamtfläche: 3350 Quadratmeter, direkte Nachbarschaft zum Freizeitzentrum und zur Eventgastronomie am heutigen Speicher-Komplex, 130 Zimmer, davon viele mit Hafenblick.

"Hafen und Rhein sind ein inspirierender Anziehungspunkt für die Menschen. Das wollen wir nutzen und verstärken", sagt Kohl und denkt dabei an alles andere als Seemannskitsch. Ob Konferenzzentrum für 200 Besucher über den Dächern des Hafens ("Neuss Auditorium"), Sky-Restaurant mit Panoramaaussicht oder Gewerbeflächen und Büros - alles hochklassig angelegt.

Gemeinsam mit Designer Harald Klein ("Wenn das Projekt so kommt, verlege ich mein Büro von Düsseldorf nach Neuss") denkt er auch über ein Badeschiff nach - "mehr im Kreuzfahrtstil als einfacher Schwimmbecken-Ersatz" -, immer vorausgesetzt, dass die Belange des Industriehafens nicht beeinträchtigt werden. "Darauf legen wir großen Wert. Der Hafen darf nicht gestört werden", sagt Kohl. Und das auch aus Eigeninteresse: "Wir wollen authentische Hafenatmosphäre." Und nicht nur die: In einem Teil der Speicher plant Kohl den "Technolymp", einen öffentlich zugänglichen Raum, um die "seltensten und kostbarsten Automobile aller Zeiten" zu präsentieren, zu bewahren und zu verkaufen. Auf mehreren Ebenen und sichtbar durch gläserne Böden sollen die Autos "wie in einem Museum" gezeigt werden.

Um das Projekt schnell an den Start bringen zu können, bewege sich LO-project innerhalb der von der Neusser Politik verabschiedeten Planungsvorgaben. Von der Wirtschaftsförderung der Stadt kommt dazu in München kein Einwand. Läuft alles optimal, so der LO-project-Geschäftsführer, könnte Ende November der Bauantrag gestellt werden.

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