Neuss: Händler halten an Märkten fest

Neuss : Händler halten an Märkten fest

Entgegen der Gerüchte, die Wochenmärkte in Büttgen und Vorst würden Kunden verlieren, sind die Marktbeschicker zufrieden. Zwar ziehen sich einige zurück, die meisten sorgen aber auch selbst für Nachfolger.

Der Geflügelverkäufer in Büttgen ist weg. Der Obst- und Gemüsestand in Vorst auch. Beide Wochenmärkte verlieren Kunden, die Händler ziehen sich zurück. Das sind einige der Gerüchte, die auf dem Wochenmarkt entstehen. Verwundert reagiert Thomas Wallbaum auf die Behauptung, der Geflügelhändler sei weg. Schließlich steht er doch selber mit Hähnchen, Pute und mehr am Mittwoch auf dem Rathausplatz in Büttgen, und zwar schon seit Anbeginn des Wochenmarkts. Beim Samstagsmarkt allerdings habe es einen Wechsel gegeben, weiß Wallbaum. Der alte Geflügelhändler konnte aber sofort durch einen neuen ersetzt werden.

Während der Büttgener Rathausplatz mit 15 Ständen gut belegt ist, bleibt der Vorster Wochenmarkt am Donnerstag überschaubar mit seinen vier Ständen — darunter der Obst- und Gemüsestand der Familie Schmitz. "Es stimmt, dass wir Mitte November aufhören. Aber noch sind wir da", sagt Bernadette Schmitz. Das Ehepaar Schmitz geht in Rente, für eine Nachfolge auf dem Vorster Wochenmarkt hat es aber selbst gesorgt. Udo Thelen ist seit November mit Textilien vor Ort und bietet in Zukunft an einem zweiten Stand Obst und Gemüse an. Die allseits bekannte Verkäuferin von Familie Schmitz, Marie-Louise Schiffer, übernimmt er.

Über fehlende Kundschaft klagen die Marktbeschicker weder in dem einen Dorf noch in dem anderen. "Die Leute schätzen weiterhin die Produkte aus der Region", sagt Obst- und Gemüsehändler Rainer Coenen. Er steht mittwochs und samstags in Büttgen. "Ein Teil der Kundschaft hat sich auf den Samstag verlagert. Der Markt dort hat sich etabliert", sagt er.

In Vorst haben sich zuletzt der Fisch- und der Geflügelhändler zurückgezogen. "Leider ist es uns nicht gelungen, weitere Beschicker für den Vorster Markt zu gewinnen, um so über das Angebot die Lukrativität zu steigern", sagt Stadtsprecherin Sigrid Hecker. Im Gespräch zwischen Udo Thelen und dem zuständigen Marktmeister der Stadt sei aufgrund der jüngsten Entwicklung die Frage aufgekommen, ob der Wochenmarkt aufgegeben werden solle. Die Händler möchten aber bleiben. "Unser Umsatz ist in Ordnung. Trotz des kleinen Angebots kommen die Leute weiterhin hierher", sagt Thelen.

Eine Forderung stellen die Marktbeschicker aber weiter mit Vehemenz: Sie wollen vom hinteren Bereich des St. Eustachius-Platzes wieder näher an die Straße, wo sie auch vor der Neugestaltung der Ortsmitte standen. Trotz angebrachter Hinweisfahnen der Stadt bekämen sie dort mehr Beachtung und wären auch windgeschützter.

(NGZ/ac)
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