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Gymnasium Norf: Neusser Schüler demonstrieren für Frieden in der Ukraine

Kundgebung am Rathaus : Neusser Schüler demonstrieren für den Frieden

Rund 200 Schülerinnen und Schüler demonstrierten am Donnerstag für den Frieden in der Ukraine. Bei der Kundgebung am Rathaus konnte jeder das Wort ergreifen.

Pünktlich um 13 Uhr lockerten sich die Wolken auf, der strömende Regen vom Vormittag war weggezogen und die Sonne schien auf den Platz vor der Marienkirche. Hier versammelten sich am Donnerstag die Schüler des Gymnasiums Norf. Gemeinsam wollten sie durch die Neusser Innenstadt ziehen, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Die Initiative, die kurzfristig aus Schülerhand entstanden ist und organisiert wurde, versammelte rund 200 Schülerinnen und Schüler, Teile des Lehrerkollegiums und weitere Interessierte. „Die Idee kam eigentlich von einer anderen Schule“, sagt Elisa Machnik, stellvertretende Schülersprecherin vom Gymnasium Norf, „weil es so kurzfristig war, konnten wir das leider nicht zusammen machen, aber wir wollten das trotzdem heute umsetzen.“ Trotz der spontanen Umsetzung seien sie und Schülersprecherin Anna Düchting überwältigt gewesen, „dass es so reibungslos geklappt hat und doch so viele gekommen sind.“

Die Demonstrierenden zogen von der Marienkirche zum Neusser Rathaus. Sie riefen „Frieden für alle“ durch ihre Megafone, Passanten am Straßenrand erwiderten die Rufe. Dem Schulleiter Stefan Kremer war es besonders wichtig, dass die von den Schülern organisierte Demonstration vom Kollegium unterstützt wird. An der Teilnahme war aber keiner verpflichtet: „Alle, die hier sind, sind es aus freien Stücken. Es wurde nicht verordnet, mitzugehen.“ Vielmehr sehe er diese Demo wie eine zusätzliche Geschichts- oder Politik-Stunde – „ein etwas anderer Unterricht.“ Kremer sehe es als Pflicht, seine Schüler auf die Brisanz der Krieges aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass Aktivität helfen kann. „Die Schüler sollen nicht paralysiert vor den Nachrichten sitzen, in dem Glauben, sie können nichts für die Menschen in der Ukraine tun.“ Zuletzt hat die Schülervertretung des Gymnasium Norf eine Spendenaktion für ukrainische Schulkinder organisiert. „Wir überlegen ständig, was man in der Schülerschaft politisch machen kann. Wir sehen das auch als unsere Aufgabe – je weniger man weiß, desto mehr Angst hat man“, sagt Anna Düchting. Bei der Kundgebung vor dem Rathaus ergreifen viele Schüler das Wort, sagen mal etwas kürzer, mal etwas länger, warum dieser Krieg sofort aufhören muss. Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hält eine Rede und bedankt sich herzlich bei den Kindern: „Tut was ihr könnt für den Frieden.“

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Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Neusser Schüler für den Frieden in der Ukraine aktiv werden. Am Freitag, 8. April, um 12.45 Uhr treffen sich die Gymnasiastinnen der Schulgemeinschaft am Marienberg mit den Studierenden des Friedrich-Spee-Kollegs und den Abteilungen des erzbischöflichen Berufskollegs am Quirinusmünster zu einem ökumenischen Friedensgebet. Leonie Miß