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Neuss: GWN-Produkt auf der "boot"

Neuss : GWN-Produkt auf der "boot"

Die Gemeinnützigen Werkstätten Neuss sind erstmals als Produktentwickler tätig geworden. Entstanden ist ein Gerät zur Aufbereitung von Trinkwasser. Die Prototypen werden auf der "boot" gezeigt, bevor sie in Serie gehen.

Die Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) gehen neue Wege. Erstmals in der fast 40-jährigen Firmengeschichte sind die Werkstätten auch in der Produktentwicklung tätig geworden. Partner ist die Bonner Firma Cleanaqua, für die in der GWN-Betriebsstätte Am Krausenbaum 30 Prototypen eines Gerätes zur Entkeimung und Desinfektion von Trinkwasser durch elektrische Ionisierung hergestellt wurden.

Klein, aber effektiv: Maren Ernst präsentiert den "CA Blue" Foto: NGZ

Ein Einsatzgebiet für das System "Cleanaqua Blue" sollen die Krisengebiete dieser Welt sein, wo mit ihrer Hilfe in Zeiten von Seuchen, Natur- oder Umweltkatastrophen Wasser zu Trinkwasser aufbereitet werden soll. Weil aber auch Camper oder die Halter von Yachten als Kunden und Nutzer infrage kommen, präsentiert Cleanaqua das nun serienreife Entkeimungssystem noch bis kommenden Sonntag auf der Düsseldorfer Messe "boot".

Die Reaktionen auf die Innovation waren am ersten Messewochenende so, dass GWN-Geschäftsführer Christoph Schnitzler gestern schon überzegt von einer langfristigen Kooperation sprach. Das bezieht sich vor allem auf die dauerhafte Serienfertigung des "Cleanaqua blue" in Neuss, zum anderen auch auf eine mögliche Zusammenarbeit auf anderen Feldern.

Der "Cleanaqua Blue" besteht aus zwei Elektroden, die in einen Wasserbehälter eingehängt werden und für deren Betrieb eine 12-Volt-Steckdose ausreichend ist. Diese Einhängeelektroden in Edelstahlausführung mit Kunststoffgehäuse gibt es in unterschiedlichen Größen und Leistungsstufen. "Das stärkste Modell schafft eine Entkeimungs- und Desinfektionsleistung von bis zu 5000 Litern in der Stunde", erklärt Maren Ernst von Cleanaqua.

Neu ist das Verfahren nicht. Aber hinter dem Projekt stand auch vor allem die Idee, ein preiswertes, robustes und in allen Winkeln der Welt einsetzbares Gerät zu schaffen. Gerade dabei halfen die GWN, erklärt Schnitzler. Bei der Entwicklung der Prototypen hätten in dieser Kooperation Optimierungen entwickelt werden können, die "Cleanaqua Blue" einfacher und preiswerter in der Produktion machen, sagt er. Die Rechte lägen aber allein bei dem Bonner Partner, der auch die Vermarktung betreibt.

Die Fertigung der gerade einmal kugelschreibergroßen Einhänge-Elektroden selbst dagegen erfolgt Am Krausenbaum. Dort erbringen Menschen mit Behinderungen seit 20 Jahren Dienstleistungen wie Elektromontage und Mechanische Fertigung. "Wir freuen uns über diesen Auftrag", sagt Werkstattleiter Wolfgang Nemmertz, "denn die Herstellung ist anspruchsvoll, und das fertige Produkt lässt sich durchaus sinnvoll einsetzen." Die aus mehreren Komponenten bestehenden Elektroden werden auf der CNC-Drehanlage der GWN gefertigt. Nemmertz: "Kernstück ist die speziell beschichtete Anode." Hinzu kommen weitere Komponenten. Und auch die Verkabelung wird in Neuss gemacht.

(NGZ)