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Neuss: GWG baut 230 neue Miet-Wohnungen

Neuss : GWG baut 230 neue Miet-Wohnungen

Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft setzt auf den genossenschaftlichen Gedanken und behandelt das Bauträgergeschäft nur nebenbei. Gestern legten Vorstand und Aufsichtsrat den Vertretern ihre Strategie und Bilanz vor.

Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft ist ins Visier von Kapitalanlegern gekommen. Vier Prozent Rendite auf erworbene Genossenschaftsanteile — das ist mehr, als derzeit jede Bank anbieten kann. Doch Geschäftsführung und Aufsichtsrat weisen solchen Anlegern künftig die Tür: "Eine Neumitgliedschaft gibt es nur für Wohnwillige", stellt Vorstandsmitglied Stefan Zellnig fest. Und das seien zunehmend jüngere Menschen.

3932 Mitglieder zählt die GWG aktuell, wie der Bericht des Geschäftsjahres für das vergangene Jahr ausweist, der gestern der Vertreterversammlung mit dem positiven Jahresabschluss vorgelegt wurde. "40 Prozent davon sind inzwischen über 60 Jahre alt", erläutert Vorstandsmitglied Ulrich Brombach.

Doch die Verhältnisse drehen sich derzeit. "Die Genossenschaft wird als sicherer Hort von eingesetztem Kapital wiederentdeckt", sagt er. Und sie biete ein Dauerwohnrecht — und das als verlässlicher Vermieter. "Eine Genossenschaft kann man nicht einfach verkaufen oder auflösen", sagt Brombach. Und genau das sorgt dafür, dass Mitglieder und damit Mieter nicht zum Spielball von Kapitalinvestoren und Immobilienspekulanten werden.

Mit aktuell 3304 Wohnungen, davon 1346 öffentlich gefördert, ist die GWG der zweitgrößte Bestandhalter in der Stadt — nach dem Neusser Bauverein. Doch anders als beim Konkurrenten, so betonen die Vorstandsmitglieder, sei das gewinnbetonte Bauträgergeschäft bei der GWG nur Nebensache.

Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbe-Bau, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen, errichtete 2012 gerade einmal vier Doppelhaushälften in Bergisch-Gladbach und stellte für 46 Eigenheime in Rommerskirchen die Grundstücke zur Verfügung. Schwerpunkt bei GWG-Investitionen bleibt in den nächsten Jahren — neben dem Substanzerhalt — der Neubau genossenschaftlicher Mietwohnungen. "Bis 2018 werden wir 230 neue Wohnungen errichten", kündigt Brombach an, der von einem umfassenden Neubauprogramm spricht. Ein Teil davon entsteht derzeit in Kaarst, wo die GWG als Partner der Stadt Kaarst in die Rolle einer dort fehlenden eigenen Wohnungsbau-Gesellschaft hineinwachsen könnte.

Das Geld dazu ist da. Vom Jahresüberschuss in Höhe von 2,4 Millionen Euro sollen über zwei Millionen der allgemeinen Rücklage der Gesellschaft zugeführt werden, so dass das Eigenkapital der GWG auf 53,4 Millionen Euro anwächst. Das sind 33 Prozent der Gesamtbilanzsumme, die der Jahresabschluss mit 163,997 Millionen Euro ausweist. Und dass der GWG in den nächsten Jahren die Einnahmeseite Probleme bereiten könnte, ist nicht absehbar. Nur 81 Wohnungen standen zum Stichtag 31. Dezember leer — und davon 45 auch nur, weil sie modernisiert werden sollten.

(NGZ/rl)