Neuss: Gutes Geschäftsjahr für Rheinland-Versicherung

Neuss : Gutes Geschäftsjahr für Rheinland-Versicherung

Mit einem Rekordumsatz von 808 Millionen Euro erzielte die 1880 in Neuss gegründete RheinLand Versicherungsgruppe im vergangenen Jahr das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte: 20,3 Millionen Euro vor Steuern. Nur das Superjahr 2006 war mit 21,5 Millionen Euro noch etwas besser. Von den guten Zahlen profitieren auch die Aktionäre der 3,84 Millionen Aktien. Zum fünften Male in Folge zahlt der Konzern eine Dividende von einem Euro. Bei einem aktuellen Kurswert von 34,50 Euro entspricht dies einer Verzinsung von rund drei Prozent. Mehr noch: Auch für 2012 prognostiziert Vorstand Udo Klanten "aller Voraussicht nach ein Ergebnis auf Vorjahresniveau". Klanten erläuterte den Aktionären gestern auf der Hauptversammlung im Swissôtel das Zahlenwerk zum Geschäftsjahr 2011 für seine erkrankte Kollegin Jutta Stöcker, die für den Finanzbereich verantwortlich zeichnet.

Die guten Zahlen seien auch möglich geworden, so Klanten, weil die RheinLand mit ihrer konservativen Anlagestrategie von der Euro-Krise nicht erschüttert werde. Spanische Staatsanleihen im Wert von gerade einmal drei Millionen Euro liegen im Bestand. Das war's dann auch schon.

Eigenkapital 112 Millionen Euro

Neben der "nachhaltigen Dividende" führte Klanten die konsequente Erhöhung des Eigenkapitals als Beleg für die erfolgreiche, solide Entwicklung des Unternehmens an. Das Eigenkapital wurde von 36 Millionen Euro in 2001 innerhalb von nur zehn Jahren auf 121 Millionen Euro angehoben: "Abgesehen von einer Kapitalerhöhung über fünf Millionen Euro hat die RheinLand AG diese Verbesserung des Eigenkapitals selber erwirtschaftet."

Auf die labilen Märkte und die spürbare Zurückhaltung der Kunden reagiert die RheinLand-Versicherungsgruppe mit Konzentration und Spezialisierung auf nur noch drei Vertriebswege: eigene Organisation, Makler und Bankenvertrieb. "Wir stärken unsere Stärken", sagt Vertriebsvorstand Christoph Buchbender. Ziel sei ein "schlankeres, besser profiliertes Geschäftsmodell". Bei dieser Umstrukturierung geht der ehemalige Direktversicherer Ontos Lebensversicherung in den drei verbleibenden Vertriebswegen auf.

Von Veränderungen ist auch das vom niederländischen Venlo aus betriebene Restkreditgeschäft betroffen, das in naher Zukunft wieder von Deutschland aus gesteuert wird. Der größte Teil der rund 100 Arbeitsplätze wird folgerichtig in die Zentralverwaltung nach Neuss an den Rheinland-Platz verlagert. Vor zehn Jahren war die RheinLand mit ihrem Tochterunternehmen Credit Life nach Venlo gegangen, weil sie nur im Nachbarland Lebensversicherungen mit einem Einheitstarif anbieten konnte. Einheitliche Tarife für Frauen und Männer waren in Deutschland seinerzeit nicht erlaubt – heute dagegen sind sie Pflicht. Damit existiert der Grund für die Ausgliederung in die Niederlande nicht mehr. Diese Neuausrichtung hat auch zur Folge, dass Credit Life-Vorstand Andreas Schwarz in die Geschäftsführung weiterer operativer RheinLand-Gesellschaften berufen wurde.

(NGZ)