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Grüne wählen Michael Klinkicht zum Bürgermeisterkandidaten in Neuss

Kommunalwahl in Neuss : Grüne wählen Michael Klinkicht zum Bürgermeisterkandidaten

Die Grünen in Neuss haben sich entschieden: Michael Klinkicht (57) soll für die Partei bei der Kommunalwahl im September – zum zweiten Mal seit 2009 – als Bürgermeisterkandidat antreten.

Die Entscheidung für den Norfer fällte die Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Zeughaus mit 28 Ja-Stimmen, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen.

Die Suche nach einem Bewerber hatte sich zuletzt auf zwei Vorstandsmitglieder konzentriert. Susanne Benary, Sprecherin des Ortsverbandes und 2015 Bürgermeisterkandidatin der Partei, und eben Michael Klinkicht, der seit 1999 die Grünen-Fraktion im Rat führt. Benary winkte zuletzt aus beruflichen Gründen ab. So empfahl der Vorstand am Ende der Parteibasis Michael Klinkicht zur Wahl.

Grünen-Sprecherin Benary lobte am Rande der Veranstaltung im Zeughaus, wo der Parteitag unter besonderen Abstands- und Hygieneregeln stattfinden musste, den neuerlichen Frontmann. Klinkicht, seit 1985 Mitglied bei den Grünen, sei ein „souveräner Kommunalpolitiker“, dazu „rhetorisch äußerst gut“ und, so Benary, genau der Richtige, um „grüne Themen zu präsentieren und voranzubringen“

Und kampagne-erfahren ist er auch: 1998 trat er als Bundestagskandidat an und 2009 als Bürgermeisterkandidat. Einer seiner Gegenspieler schon damals: Reiner Breuer (SPD), der aktuelle Amtsinhaber. Bei seiner ersten Bürgermeisterkandidatur gehörte die Einrichtung einer Verbraucherzentrale für Neuss noch zu Klinkichts Kernforderungen. Die haben die Grünen als Juniorpartner der ersten schwarz-grünen Ratskoalition, die Klinkicht 2014 mit verhandelt hatte, inzwischen durchgesetzt. Jetzt gibt es andere, dringlichere Themen, auf die Klinkicht in einer kurzen Vorstellung nur schlagwortartig eingehen konnte.

An vorderer Stelle nannte er den Klimaschutz, zeigte aber Verständnis dafür, dass das Thema wegen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen für viele in den Hintergrund geraten ist. Das Thema Verkehrswende wurde herausgestrichen und auch die zunehmend problematisch werdende Lage des kommunalen Haushalts. Soziale Errungenschaften, so stellte Klinkicht klar, dürften dem nicht zum Opfer fallen. Dafür kämpft er – und sei es „nur“ als einfacher Stadtverordneter im Rat, für den  er auf Listenplatz zwei der Grünen auch aufgestellt ist.