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Neuss: Grüne protestieren gegen Atommüll-Transport

Neuss : Grüne protestieren gegen Atommüll-Transport

Gelbe Fässer mit dem Atomzeichen, ein riesiges Muster des Transportbehälters und ein gut zwei Meter großes X mit hunderten Unterschriften: Die Grünen des Stadt- und Kreisverbandes haben sich gestern vor dem Neusser Rathaus versammelt, um gegen den geplanten Transport von 152 Castoren vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus zu protestieren. "Mit der Aktionstour möchten wir Umweltminister Norbert Röttgen zu einem Verzicht auf die Transporte bewegen", sagte der grüne Landtagsabgeordnete Hans Christian Markert, der auch antiatompolitischer Sprecher der Grünen im Landtag ist.

Eine der möglichen Routen aus dem Forschungszentrum in Jülich könnte auch über die A 46 an Neuss vorbei ins Zwischenlager Ahaus führen. "Das wollen wir verhindern", sagte Harald Schwalbe, Ökologiereferent des Landesverbandes der Grünen. Er beantwortete den Neussern zusammen mit Parteifreunden wie Roland Kehl und Agnes Groschke, Seniorenpolitische Sprecherin der Grünen in Neuss, alle Fragen rund um den geplanten Atomtransport. Die rot-grüne Landesregierung will den Atommüll eigenen Aussagen zufolge vorerst weiter in Jülich lagern. Allerdings läuft die Genehmigung für die Lagerung im Juni 2013 aus. "Durch eine Ertüchtigung in Jülich könnte der stark strahlende Atommüll auch über den 30. Juni hinaus dort gelagert werden", sagt Markert. "Die Transporte sind gefährlich und unnötig", findet Gerhard Niessen (72) und verewigte sich mit einer Unterschrift auf dem X.

Auch Klaus (71) und Helga Brinkmann (74) unterschrieben. "Wir verstehen den Sinn des Transports nicht. Warum lässt man den Atommüll nicht in Jülich, zumal Ahaus ja kein Endlager ist?"

(NGZ)