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NGZ-Spaziergang: Grüne Oasen in der Großstadt

NGZ-Spaziergang : Grüne Oasen in der Großstadt

Wer sich auf diesen Weg einlässt, kann zwei Stunden durch Parks, Wälder und Grünanlagen wandern. Er vergisst dabei, dass er in einer 153.000-Einwohner-Stadt unterwegs ist. Das unbekannte Neuss bietet reizvolle Einblicke.

Ein zweistündiger Spaziergang mit Start und Ziel in der City, der nur durch Grünanlagen führt — geht das in der Großstadt Neuss? Es geht! Wer sich auf den Weg macht, der wird belohnt mit reizvollen Blicken auf das unbekannte Neuss: schöne Alleen, stille Parks, beeindruckende Zeugen von Kunst und Technik, ruhige Wohnquartiere. Dem Fußgänger öffnet sich Neuss in einer Art und Weise, die dem Autofahrer verborgen bleibt.

Idealer Ausgangspunkt für diesen Rundgang ist das Kulturforum Alte Post an der Neustraße. Von dort weist die Allee der Promenade den Weg. Schon nach wenigen Schritten ist ein bedeutendes Kunst- und Mahnmal zu sehen: Der in Helpenstein aufgewachsene Bildhauer Ulrich Rückriem hat die Gedenkstätte geschaffen, die an die Pogromnacht 1938 und das Leid erinnert, das den Neusser Juden angetan wurde. Durch den Stadtgarten, vorbei an Blut- und Wasserturm, vorbei am "Seelöwen" von Michael Franke geht's, bis eine leichte Anhöhe erreicht ist. Der Wanderer steht nun auf den Resten der geschliffenen Zitadelle und schaut auf den Rosengarten mit seinem Wasserrad, das im Auftrag der Heimatfreunde Georg Lilienthal geschaffen hat.

Die Neusser durchstreifen den Park, sitzen lesend und plaudernd auf den Bänken oder liegend träumend auf den Rasenflächen. Hinter Novotel und Stadthalle wird die Selikumer Straße gequert. Dort lohnt der Blick auf das Epanchoir. Dieses Wasserkreuz, das Obererft und Nordkanal verknüpft, ließ Napoleon 1809 erbauen. Südlich der Nordkanalallee, einige Meter versetzt, wird aus der Selikumer Straße der Selikumer Weg, der zugleich als alter Pilgerweg die Quirinuskirche mit dem Corneliuskapellchen in Selikum verbindet. Schon bald endet die Bebauung und entlang der Obererft strebt der Spaziergänger dem Reuschenberger Wald zu. Um ihn zu betreten, muss er zuvor die steile Fußgängerbrücke über die Bahntrasse erklimmen. Geradeaus ist die Pomona das Ziel. Die 50 Jahre alte Siedlung umkreist der Weg entlang der Autobahn A 57 und der Bergheimer Straße, die er an der Kreuzung Steubenstraße überquert. Wenige Meter geht's zurück in Richtung A 57-Auffahrt, doch schon zuvor führt rechter Hand ein Trampelpfad, jetzt Eselspfad genannt, wieder hinunter in eine lichte Schonung, die bald ab und an den Blick auf die Unternehmen im Gewerbegebiet Moselstraße frei gibt. Über die Moselstraße hinweg passieren die Spaziergänger den städtischen Bauhof (rechts) und später die Firma Kampmann (links), ehe der Weg unter die Jülicher Landstraße führt und sogleich rechts abbiegt — jetzt geht's immer an der Straßen- und bald Bahntrasse entlang, über den Konrad-Adenauer-Ring (Vorsicht: stark befahren!), über den Grefrather Weg bis zur Preußenstraße. Hinter dem Bahntunnel weist die Deutsche Straße den Weg zur Drususallee, gesäumt von herrlichen Jugendstilhäusern, bis zu ihrem Ende am Benno-Nussbaum-Platz (Hamtor).