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Neuss: Grüne kritisieren Bordsteinhöhe

Neuss : Grüne kritisieren Bordsteinhöhe

Landesbetrieb empfiehlt unterschiedliche Furten für Geh- und Sehbehinderte.

Neue Vorschriften für Bürgersteige und Radwege sorgen in Neuss für Verwirrung. "Barrierefreiheit im Straßenraum" heißt der Leitfaden, den der Landesbetrieb Straßenbau im Jahr 2012 herausgegeben hat und den die Stadt nach Aussage von Planungsdezernent Christoph Hölters jetzt bei allen Bauplanungen zugrunde legt. Das Problem: Neue Bordsteinkanten sind nun an ein- und demselben Überweg unterschiedlich hoch und sowohl mit Längs- als auch mit Querrillen versehen. Insbesondere Radfahrer wissen angesichts dieser sogenannten Doppelfurten häufig nicht, wo sie entlangfahren sollen. Denn nur an bestimmten Stellen sind diese Bordsteine - wie bei Radwegen üblich - auf Straßenniveau abgesenkt, an anderen dagegen sechs Zentimeter hoch.

"Sechs Zentimeter sind für Radfahrer eine Katastrophe", sagt Roland Kehl (Grüne). Wer dagegen fahre, weil er nicht mit einer so hohen Kante an einem Überweg rechne, riskiere, sein Rad zu beschädigen.

Nach Auskunft der Stadt haben die neuen Bordsteinkanten allerdings ihren Sinn. "Für Sehbehinderte sind sechs Zentimeter eine ideale Höhe, weil sich die Kanten dadurch gut mit dem Taststock ertasten lassen", sagt Kai Liebreich vom städtischen Tiefbaumanagement. Die Rillen im Boden seien dazu da, schlecht Sehende zur richtigen Stelle auf dem Bürgersteig zu führen, damit sie sicher die Straße queren könnten. "Für Gehbehinderte haben die Bordsteine dagegen eine Höhe von null Zentimetern."

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Allerdings seien Kompromisslösungen möglich, sagt Beigeordneter Hölters. "Wenn der Anteil der Radler an bestimmten Straßenquerungen hoch ist, darf der Bordstein auch nur drei statt sechs Zentimeter hoch sein." Dies werde man nun prüfen.

Ingrid Schäfer (CDU) sieht auch Verbesserungsbedarf an den neuen Bushaltestellen. Dort sind die Bordsteige für einen leichteren Einstieg nun 18 Zentimeter hoch. "Leider halten die Busse meist nicht dort, wo sie sollten, so dass Gehbehinderte erst den hohen Bordstein hinuntersteigen müssen, um dann in den Bus gelangen zu können", sagt sie.

(sug)