Neuss: Grüne: CDU boykottiert Windkraft

Neuss: Grüne: CDU boykottiert Windkraft

Der Ton zwischen der CDU und der Opposition wird beim Thema Windkraft deutlich schärfer. Vor genau einem Jahr hatten diese Fraktionen gemeinsam für drei Konzentrationszonen zur Nutzung der Windenergie votiert, jetzt werfen die Grünen der CDU offen einen Boykott des Windräder-Projektes in Hoisten vor.

Anlass ist ein im Ausschuss für Wirtschaft- und Liegenschaftsangelegenheiten gestoppter Grundstücksverkauf, der, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende Michael Klinkicht, das Projekt in Hoisten "nachhaltig gefährdet".

Anstoß für die Debatte war die Entschädigung, die für das so genannte "Beschattungsrecht" an den Besitzer von Grundstücken in der Nähe der Windräderstandorte zu zahlen wäre. Der wollte kein Bargeld, sondern mit dieser Summe ein weiteres Grundstück erwerben. Offensichtlich befürchtet er, so interpretiert der CDU-Stadtverordnete Karl-Heinz Baum diesen Wunsch, "dass die landwirtschaftliche Nutzung seines Grundstückes durch die beiden Windräder wesentlich beeinträchtigt wird".

Weil auch der Quadratmeterpreis von fünf Euro Baum nicht angemessen scheint und nach "einer verdeckten Bevorzugung und Subventionierung der Stadtwerke Neuss" riecht, damit diese "ihr Windkraft-Prestigeprojekt in Hoisten realisieren können", stimmte er gegen den Verkauf — und mit ihm CDU und FDP.

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Kämmer Frank Gensler verwahrt sich gegen die Unterstellung, "dass da Schmu gemacht wurde". Fünf Euro sei ein gängiger Preis für Ackerland. Wenn gemeint würde, aus dem Verkauf dieses Sperrgrundstückes wäre mehr herauszuholen, müsse das die Politik beschließen. Und genau mit diesem Punkt begründet die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann, dass das Grundstücksgeschäft zurückgestellt wurde. Die Entscheidung sei "nicht gegen Windräder gerichtet gewesen".

Diese Äußerung nennt Grünenchef Klinkicht unredlich. Und er merkt spitz an, dass der CDU-Stadtverordnete Jörg Geerlings als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke für die Windräder in Hoisten stimmt, im Ausschuss aber gegen den Flächenverkauf. Das werfe die Frage auf, "ob da die richtige Person am richtigen Platz sitzt".

(NGZ)
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