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Neuss: Große Koalition für Frauenschwimmen?

Neuss : Große Koalition für Frauenschwimmen?

Beim Thema Frauenschwimmen zeichnet sich mehr und mehr ein Bündnis von Befürwortern aus Mitgliedern unterschiedlicher Ratsfraktionen ab.

In der CDU-Mehrheitsfraktion wird der Antrag des Integrationsrates von Katharina Kilb und Angelika Quiring-Perl gestützt, in der FDP ist der junge Ratsherr Felix Hemmer ein Befürworter, die UWG/Zentrum signalisiert durch Reinhard Josef Wendt Zustimmung und in der SPD macht sich Constanze Kriete für die probeweise Einführung stark.

Die SPD-Stadtverordnete wirbt vor allem für Sachlichkeit in dieser Diskussion, „weil es sich um ein Anliegen handelt, dass für viele Frauen wichtig ist“. In einem offenen Brief an die Migrantenvertreter des Integrationsrates schreibt sie, dass sie sich vor allem durch die „sehr persönliche Schilderung“ von CDU-Ratsfrau Kilb hat leiten lassen. Kriete: „Es gab dort eine sehr gute Diskussion. Ich sehe die Chancen, die sich daraus ergeben könnten: Schwimmkurse für Mädchen und Frauen und die Möglichkeit für Muslima zum Schwimmen gehen zu können, wenn ihnen der Besuch eines gemischten Schwimmbads aus kultureller Sicht verwehrt wird.“ An parteipolitischem Gezänk will sich die junge Ratsfrau nicht beteiligen: „Warum soll ich einen Antrag von Migrantinnen nicht annehmen, wenn ich ihn für richtig halte?“

Unterschiedliche Ansichten gibt es bei der FDP. Ratsmitglied Hans-Peter Fantini sagt, dass „nicht die FDP der Einrichtung unvoreingenommen positiv gegenüber steht. Die Meinung sind unterschiedlich“. Fantinis Ablehnung sei jedoch eine „Einzelmeinung“, sagt sein Fraktionskollege Felix Hemmer, „und spiegelt weder die Meinung des FDP-Parteivorstands noch des Fraktionsvorstand oder der Fraktion wider“. Hemmer begrüßt die „inhaltliche Diskussion in unserer Fraktion“.

(NGZ)