Neuss: Großbaustelle Neusser Bahnhof

Neuss: Großbaustelle Neusser Bahnhof

Die Deutsche Bahn rüstet die Station zurzeit mit neuen Aufzügen und einem neuen Bodenbelag aus. Die Arbeiten werden nicht nur wohlwollend betrachtet. Fahrgäste klagen über Lärm, Dreck und Behinderungen.

Rot und Weiß sind derzeit die dominierenden Farben am Neusser Hauptbahnhof. Und das liegt nicht etwa daran, dass fanatische Fortuna-Düsseldorf-Fans die Station mit dem Vereinslogo angepinselt haben. Rot und Weiß sind vielmehr die Absperrbaken und -zäune, die die Deutsche Bahn großräumig auf dem gesamten Gelände verteilt hat.

Denn die zu Jahresbeginn angekündigten Umbauarbeiten am Bahnhof haben begonnen; im Erdgeschoss sind weite Teile abgeschottet und nicht mehr für Passagiere zugänglich.

"Die Maßnahme gehört zu unserer Modernisierungsoffensive 2 NRW. Unser Unternehmen investiert dort rund eine Million Euro", informiert Bahnsprecher Dirk Pohlmann gestern auf NGZ-Anfrage. Der Bahnhof soll vor allem komfortabler und ansehnlicher werden. Für die Gleise 1 bis 4 werden zwei neue Aufzüge installiert, der Bodenbelag in der Unterführung der Eingangshalle wird komplett erneuert, Wände und Decken erhalten einen frischen Anstrich.

Zudem soll ein Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte installiert werden. Ein großes Schild neben dem Haupteingang verrät, dass die Sanierung im November über die Bühne sein soll, Pohlmann geht eher vom Jahresende aus.

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Vielleicht auch wegen des Zeitdrucks lässt die Bahn an vielen Stellen in der unteren Etage den Presslufthammer dröhnen und Baufahrzeuge rangieren. Bei Passagieren und Beschäftigten der im Gebäude untergebrachten Geschäfte sorgen der mit den Arbeiten verbundene Lärm, der Schmutz und der durch die Absperrungen unumgängliche Hindernislauf für einigen Unmut. Der Zugang Zufuhrstraße ist komplett dicht. Bahnhofsbesucher müssen auf den Haupteingang oder den Seiteneingang an der Radstation ausweichen.

"Fünf Baustellen gleichzeitig, das ist doch ein Unding. Die Leute sind wütend", erzählen Malgorzata Jerhoff und Zita Kleiner aus der Bahnhofsbuchhandlung ImPressed. Alles sei viel zu eng, vor allem, wenn sich ganze Schulklassen durch den Bahnhof bewegten. Ein Problem sei auch, dass die Baustelle außerhalb der Arbeitszeiten nicht bewacht werde. "Am Wochenende sind viele der Absperrungen von Randalierern umgekippt worden", sagen die beiden Frauen.

Die Stadt Neuss habe auf die Baustellenplanung auf Bahngelände keinen Einfluss, berichtet Stadtsprecher Peter Fischer gestern auf Anfrage unserer Zeitung: "Die Bahn hat dafür eine eigene Ordnungsbehörde." Wenn die Arbeiten des Unternehmens abgeschlossen sind, könnte die Stadt eventuell weitermachen. Denn laut Fischer ist an eine Neugestaltung des Vorplatzes gedacht. Das müsse der Rat freilich noch beschließen.

(NGZ/rl/url/jco)
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