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Neuss: Gröhe: Deutschland ist ein Europa-Profiteur

Neuss : Gröhe: Deutschland ist ein Europa-Profiteur

Ein europäisches Sicherheitskonzept mit einheitlichen Standards für den "Normalbetrieb" von Atomkernkraftwerken sieht Hermann Gröhe (50) in greifbarer Nähe. Schwieriger werde es, so der CDU-Generalsekretär am Samstag in Neuss, einheitliche Sicherheitsstandards auch für mögliche Terrorakte oder zivilisatorische Unfälle (Flugzeugabsturz) im EU-Bereich verbindlich zu definieren.

In dieser Frage zeichne sich — wie das Prager Atom-Forum der vergangenen Woche gezeigt habe — ein langer, von Kontroversen geprägter Diskussionsweg ab.

Über 200 Gäste wollten den Neusser Hermann Gröhe bei seinem Heimspiel am Samstagvormittag im Foyer des Rheinischen Landestheaters (RLT) hören. Gastgeber war die Konrad-Adenauer-Stiftung, deren Veranstaltungsreihe "Stadtgespräch" unter der Schirmherrschaft von Hermann Gröhe steht und Samstag im Nachklang zum EU-Europatag (9. Mai) ganz im Zeichen des Europagedankens stand.

Die 30 im Dax notierten Unternehmen erwirtschaften 75 Prozent ihres Gewinns im Ausland. CDU-General Gröhe sieht in Deutschland trotz aller finanziellen Belastungen in erster Linie einen politischen und wirtschaftlichen Profiteur des europäischen Einigungsprozesses. Für Gröhe muss Europa weiter zusammenrücken, um den Herausforderungen eines globalen Wettbewerbs wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich bestehen zu können. China zählt heute schon mehr Einwohner als Europa, Nord- und Südamerika zusammen. Anders ausgedrückt: War 1950 jeder fünfte Erdenbürger ein Europäer, so ist es heute nur noch jeder zehnte und Mitte des Jahrhunderts wird nur noch jeder 14. Mensch, der auf dem Erdball lebt, ein Europäer sein.

In diesem Prozess sei Deutschland durch den Fall des Eisernen Vorhangs von der Naht zwischen Ost- und West in die Mitte Europas gerückt. Vor diesem Hintergrund erwarte er eine stärkere Hinwendung der Bürger zu Europa. Das Gegenteil sei aber der Fall. Gaben 1979 noch 63 Prozent bei der Europawahl ihre Stimme ab, so waren es 2004 nur noch 43 Prozent.

(NGZ)