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Neuss: Grefrather feiern ihren modernen König Alexander I.

Neuss : Grefrather feiern ihren modernen König Alexander I.

Da dürfte Präsident Reiner Kivelitz – wie vielen seiner Amtskollegen, die in diesen Tagen Verantwortung für Freiluftveranstaltungen tragen – zunächst der bekannte Stein vom Herzen gefallen sein.

Da dürfte Präsident Reiner Kivelitz — wie vielen seiner Amtskollegen, die in diesen Tagen Verantwortung für Freiluftveranstaltungen tragen — zunächst der bekannte Stein vom Herzen gefallen sein.

Während der Residenz- und Tribünenbau noch in strömendem Regen, ohne Aussicht auf Wetterbesserung, stattfand, war es am Samstagnachmittag, beim Kindergarten-Umzug und bei der Ehrenmal-Feier, trocken. Sogar bei der ersten großen Königsparade der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft strahlte die Sonne. Was will das Schützenherz mehr?

Da machte es auch nichts aus, dass am Montag aus der vormittäglichen Königsparade mit "Plan B" ein Vorbeimarsch an den Honorationen direkt ins Festzelt wurde. Dort stimmten sich die Schützen anschließend beim Frühschoppen auf die nachmittägliche Parade ein, die denn auch wieder wie erhofft trocken ins Zelt kam.

Der Pfingstmontag beginnt traditionell mit einer Einladung der Stadt Neuss für das amtierende Königspaar. In diesem Jahr sind Alexander und Monica Gritz die obersten Repräsentanten der Bruderschaft. Thomas Nickel, der als stellvertretender Bürgermeister die Grüße samt Silberbecher und Blumenstrauß überbrachte, zeigte sich beeindruckt von einem Königspaar, das seinem eigenen Stil treu bleibe und trotzdem in Grefrath bestens angekommen sei. König- und Ministerpaare seien ein gutes Beispiel für ein generationenübergreifendes Miteinander der Schützen, so Nickel. Überhaupt könne Grefrath darauf stolz sein, vom einmaligen Kindergarten-Umzug bis zur Einbindung seiner Senioren eine vorbildliche Tradition zu pflegen.

Alexander I. Gritz präsentiert sich nicht nur mit einem außergewöhnlichen Kopfschmuck, sondern hat auch kein Problem damit, unkonventionell zu zeigen, dass man auch anders König sein kann — zum Beispiel, indem man in einem weißen Anzug und roten Hemd ins Zelt einmarschiert. Ein Bild, das den Vorstand verblüffte und schließlich die Schützen applaudieren ließ. "Ich bin ein König für und mit den Schützen", sagt der 41-Jährige, der sich mit Königin Monica denn auch lieber auf der Tanzfläche bewegte als Statthalter auf der Bühne zu sein.

Den Festgottesdienst zum Start in die Pfingsttage feierte die Bruderschaft zum ersten Mal unter den Augen des Schützenpatrons, des Heiligen Sebastian, dessen Figur seit Ostern die Pfarrkirche schmückt. Wobei die schon vor einigen Jahren gestiftete Sebastianuskerze fast abgebrannt war und Pfarrer Michael Tewes deshalb der Bruderschaft eine neue Kerze stiftete.

Ein neuer König wurde am Montag nicht ausgeschossen. Bis 18 Uhr hatte sich kein Bewerber gemeldet. Ein "Nachschießen" wie im vergangenen Jahr soll es diesmal nicht geben. Grefrath muss also im kommenden Jahr ohne Schützenkönig auskommen. Dem entsprechend, teilte Brudermeister Reiner Kivelitz mit, entfalle im nächsten Jahr auch die Königsparade.

(ho)