Grefrath macht die Regenwolken beim Tulpensonntagszug vergessen

Tulpensonntagszug für die Familie : Grefrath macht die Regenwolken vergessen

Beim Tulpensonntagszug gab es neun Fußgruppen, sechs Großwagen – und fantasievolle Kostüme.

War der Himmel beim Tulpensonntagzug in Grefrath auch düster, so ersetzten die kunterbunten Kostüme der neun Fußgruppen und die Gestaltung der sechs Großwagen glatt den fehlenden Sonnenschein bei bester Stimmung.

Den Straßenrand säumten fantasievoll kostümierte Jecken aller Generationen, mit unzähligen Taschen bestens für Wurfmaterial gerüstet. Einfahrten und Garagen verwandelten sich in Mini-Partymeilen, überall erscholl laute Karnevalsmusik. „390 Menschen sind am Umzug beteiligt“, erläuterte Jennifer Bähner vom Verein der Karnevalsfreunden Grefrath von 1970.

Das Motto „Griefrother Jecke fiere im Glück, so war es früher, so es et hück!“ sei nur der Aufhänger für die ansonsten freie Gestaltung der Wagen gewesen. Und so war das Gefährt des Wagenbauvereins „Om letzte Stipp“, das traditionell überwiegend Kinder kutschiert, als riesige Backstube ausstaffiert. „Und wir sind alle Bäcker“, sagte Renate Stürmann und strahlte im weißen Outfit.

Die Jordan-Jecken hatten ihren Wagen zum Schwimmbad umgebaut und agierten selbst als fröhlich singende Bademeister. Die Fußgruppen lieferten sich einen Wettstreit um die auffälligsten Farben und Kostüme. Die 24 Mitglieder der „Grefrather Jecke“ zeigten sich als „Flip der Grashüpfer“ – für die überdimensionalen Köpfe waren 40 Dosen Bauschaum verbraucht worden, verrieten Monika und Alexander. Das bedeutete auch den ersten Preis beim Maskenball am Samstagabend. Dahinter kamen gleich die „Wilddiebe and friends“. Sie hatten sich als der „Ascheplatz von Gefrath“ verkleidet, denn Grefrath sei in die Kreisliga aufgestiegen, wussten Kevin, Leon und Jan. Den dritten Platz belegten die unzähligen „Telefone“ der „Neu(ß) Grefrather Veedelszöch“ und stachen mit ihren gelben Umhängen besonders leuchtend hervor.

Aber auch ein menschlicher Bienenschwarm oder die Pinguine der „Grefrather Dolle“ verbreiteten beste Stimmung und warfen eifrig Obst, Tempos, Bälle, Süßes und natürlich Tulpen ins Publikum. Mit dabei: In Neonfarben glänzende „Quallen“ – eine davon war die Tochter von Else Bederke. Sie kommt jedes Jahr aus Kaarst, um das Schauspiel zu genießen. Eine Premiere war der Zug für Britta und Thomas aus Scherfhausen mit ihren Kindern Jonas (4) und Louise (1) sowie Tante Linda. „Wir haben gehört, dass der Zug so schön sein soll“, sagten sie. Enttäuscht wurden sie nicht, denn für jede Altersklasse war etwas dabei. „Wir wollen die Karnevalsfreude einfach weitergeben“, so Jennifer Bähner und nippte am Tee. Denn die 30-jährige sorgt höchstpersönlich für karnevalistischen Nachwuchs: Im August erwartet sie ihr erstes Kind. „Das bekommt heute schon musikalische Früherziehung“, meinte sie lachend angesichts der lauten Musik. Was es wird? Hoppeditz oder Funkenmariechen, so die künftige Mutter.

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