1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Gospelchor Harambee aus Neuss meldet sich mit neuem Leiter zurück

Konzert in der Neusser Christuskirche : Gospelchor Harambee konzertiert mit neuer Leitung

Drei Jahre war es still um den Chor der Christuskirche geworden, jetzt meldet sich das Ensemble eindrucksvoll zurück.

Gut zwei Jahre war vom Gospelchor der evangelischen Christuskirchengemeinde „Harambee“ nichts mehr zu hören, nachdem sich die Gründerin und langjährige Leiterin Annette Eick mit einem Konzert im Dezember 2016 verabschiedet hatte. Nun war der Chor unter neuer Leitung wieder da und freute sich über eine wie immer vollkommen besetzte Christuskirche.

Pfarrer Franz Dohmes stellte den neuen Chorleiter Valentin Ruckebier (21) vor. Er hatte ihn bei der ersten Begegnung begrüßt mit „Ah, neuer Konfirmant!“ Und weil das erste Konzert mit dem neuen Leiter ein „Frühlingskonzert“ war, zitierte Franz Dohmes Erich Kästner: „... fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders, aus seiner Kutsche grüßend, über Land.“

Grußworte überbrachten auch die stellvertretende Bürgermeisterin Gisela Hohlmann und Sebastian Appelfeller, Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeindeverbandes  und zugleich Schirmherr des Benefiz-Konzertes zugunsten zweier afrikanischer Hilfsprojekte. Appelfeller  redete nur kurz, denn Grußworte, so sagte er, „sind eine Art moderner Christenverfolgung“.

Dann – endlich! – sang der Chor „Bariki Baba“ aus Tansania mit frischem Temperament wie eh und je. Obwohl die 35 Sängerinnen und zehn Herren seit der Gründung des Chores 2003 mit ihm älter geworden sind, hat der Chorklang ausgesprochen jugendlichen Charme. Die Gesänge sind überwiegend aus Afrika in den Originalsprachen oder Amerika (englisch), die aber auch wie der Gospel „Good News“ afrikanische Wurzeln haben. Und weil der Chor alles auswendig singt, kann er seine Lieder gelegentlich wie bei „Mamalye“ durch Klatschen begleiten.

Zwei Songs wurden sogar von Chormitgliedern perfekt auf Djembas, also westafrikanischen Baumtrommeln, begleitet. So zum Beispiel der wunderbare Weihnachtscarol „Amezaliwa“ von Edwardi Kabuka (Tansania). Einige Songs begleitete Austéja Valusyte sicher am Klavier wie das erstmals gesungene „Adiemus“ von Karl Jenkins.

Etliche Titel waren von Valentin Ruckebier neu einstudiert worden. Der Student an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, so er für Komposition und Gesang eingeschrieben ist, hat die Gospelmusik bereits in der Wiege gelernt, seine Mutter Astrid Ruckebier leitet seit 20 Jahren die „Joyful Gospels“ in Hückeswagen. Der Sohn, der schon bedeutende Preise mit seinen Kompositionen erringen konnte, dirigierte seinen neuen Chor äußerst präzise. Chormitglied Peter Jülke, der auch das Konzert moderierte, sagte: „Du bist das Beste, was uns nach der Ära Annette Eick passieren konnte!“ Und auch die Vorgängerin stimmte in den lauten Jubel des Publikums mit ein: „Ich bin glücklich, live zu erleben, in welch gute Hände der Chor gekommen ist.“