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Gnadental: Gnadental, der bunte Stadtteil

Gnadental : Gnadental, der bunte Stadtteil

Römer errichteten das Castrum Novaesium. Aber erst ab 1950 nahm dort das moderne Gnadental Gestalt an. Es entstand ein grüner Stadtteil mit hoher Integrationskraft. Das Ehepaar Rajan und Vasudha Jeri ist ein gutes Beispiel.

Seit 1961 führt der Stadtteil seinen Namen, so dass Gnadental in diesem Jahr Jubiläum feiert. Dafür sorgte ein Ratsantrag, zu dessen Initiatoren der spätere Oberbürgermeister Herbert Karrenberg gehörte, der in Gnadental auch seinen Wahlkreis hatte. Der Name Gnadental geht auf „vallis gratiae“ - Tal der Gnaden - zurück.

Der hohe Freizeitwert prägt die Lebensqualität in dem noch jungen Neusser Stadtteil, wo nur wenige Gewerbebetriebe ihren Sitz haben. „In Gnadental lässt es sich gut leben“, sagt Rajan Jeri (51). Seit 2008 wohnt der Inder, der aus der Nähe der Millionen-Metropole Mumbai stammt, gemeinsam mit seiner seiner Frau Vasudha im beschaulichen Gnadental. Sein Vermieter Johannes Spix ist längst „mein Freund“ geworden: „Wir leben im Grunde in einer Hausgemeinschaft.“ Spix war es auch, der als Vorsitzender seinen neuen Mieter Rajan zur DJK Gnadental brachte. Im Sportverein erfährt das Ehepaar Jeri Geborgenheit: „Mit der ersten Mannschaft fliege ich zum Saisonabschluss nach Malle.“ Wenn es ein Fest gibt, dann gibt Rajan den Grillmeister: „Das ist eine Freude.“

Wer Rajan Jeri deutsch sprechen hört, mag es nicht glauben: Erst 2004 kam das Ehepaar nach Deutschland - ohne Sprachkenntnisse. Nach Gummersbach wurde Gnadental aus beruflichen Gründen die zweite Station. Längst sind die Jeris angekommen. „Wir haben einen Einbürgerungsantrag gestellt“, erzählt Rajan. „wir freuen uns, bald deutsche Pässe zu bekommen. Die Prüfungen waren schwer, aber wir haben sie bestanden.“

Die Siedlungsgeschichte der Stadt Neuss nahm in einem ihrer jüngsten Stadtteile ihren Anfang. Ein Widerspruch? Nein! Das moderne Gnadental in seiner heutigen Ausprägung entwickelte sich erst ab Mitte der 1950er Jahre aus der bescheidenen Grünwegsiedlung heraus. Heute ist Gnadental mit seinen über 5000 Einwohnern ein beliebter Wohnbezirk im Grünen mit maßstäblichem Mietwohnungsbau, Siedlungshäusern, frei stehenden Villen rund um den Nixhütter Weg und herrlichen Freizeitangeboten vom Sporthafen über den Wander- und Radweg entlang der Erft bis hin zum Barfußpfad und zum Hochzeitshain.

Wer Gnadental über die Kölner Straße passiert, dem fallen römische Zeugen ins Auge. Darunter Jupitersäule und Grabstein des Oclatius. Meist handelt es sich um Nachbildungen der originalen Fundstücke, die als Stationen für den „Historischen Rundgang“ über das ehemalige römische Garnisonsgelände zur Neusser 2000-Jahr-Feier 1984 aufgestellt wurden. Dort, nordwestlich der Erftmündung in den Rhein, stand ab 16. vor Christus das Castrum Novaesium.

Die historischen Bezüge münden in einer intakten Infrastruktur. Für die täglichen Einkäufe gibt?s ein Sortiment vor Ort; Kindergärten, Schulen und kirchliche Angebote sind vorhanden. Das soziale Netz knüpfen die Vereine - die DJK und Rajan Jeri sind ein Beispiel dafür.