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Speck/Wehl/Helpenstein: Glücklich in den Erftauen

Speck/Wehl/Helpenstein : Glücklich in den Erftauen

Das „Doppeldorf“ Speck-Wehl bildet mit Helpenstein einen Stadtbezirk. Wer in den Erftauen zu Hause ist, der lebt ländlich, hat aber ein schönes Erholungsgebiet vor der Haustür. Über den Reiz des Südwestens von Neuss.

Einmal Hahnenkönig in Helpenstein zu werden, das hatte sich Peter Baumanns schon 2009 vorgenommen. Doch da war ihm noch ein Konkurrent zuvorgekommen. Im vergangenen Jahr war der 39-Jährige dann erfolgreich - die Kirmes 2011 vom 16. bis 19. Juli werden er und seine Frau Susanne nach der Krönung nun als Hahnenkönigspaar regieren.

Susanne Baumanns (34) ist ein Helpensteiner Mädchen, das praktisch in die Kirmes hineingeboren wurde. Ihre Eltern bewirtschafteten einen Bauernhof. Ihr Mann Peter ist ein Holzheimer Jung. Beide sind seit 2002 verheiratet und haben 2007 ein schickes Doppelhaus an der Habernusstraße bezogen. Mit dem dreijährigen Tim ist das Glück vollkommen. Auch wenn Peter Baumanns als Mitglied des Hubertuszuges „Frischlinge“ zum Schützenfest in Holzheim marschiert, so ist doch Helpenstein sein Lebensmittelpunkt geworden. Aufgrund seiner Frohnatur und seines Engagements hat er schnell Kontakt gefunden. Und auch in einer Zuggemeinschaft mit einem für ihn typischen Namen: „Kleervbochse“.

Das Leben in Helpenstein kannte Susanne Baumanns natürlich von Kind auf; jetzt weiß es auch ihr Mann zu schätzen: „Wie das auf dem Dorf so ist - man kennt sich, man redet miteinander, die Kinder haben viele Möglichkeiten zum Spielen. Und man hilft sich untereinander. Da sind die Neubürger nicht ausgeschlossen.“

Nicht anders ist das in den benachbarten Örtchen Speck und Wehl. Befragt man die Bürger, so betrachten sie das Wohnen in den kleinen Dörfern als sehr positiv. Mit großem Wachstum ist nicht zu rechnen, da große Bauflächen nicht mehr genehmigt werden. Lediglich Hinterlieger-Grundstücke dürften noch eine Chance haben. Ein reges Vereinsleben von Kirmes bis Karneval, von Maibaumsetzen bis Straßenfeste prägt das Miteinander. Aber da gibt es ein großes Defizit: Für größere Feiern wie die Kirmes fehlt ein Saal. Weiterer Kritikpunkt: Für die Jugendlichen gibt?s keinen Treffpunkt.

Die meisten Bewohner sind sich der etwas abgeschiedenen Lage durchaus bewusst; nehmen wegen der Wohnruhe das fehlende Nahversorgungsangebot in Kauf. Man müsse trotz Busanbindung möglichst mobil sein. Wobei sowohl an der Wehler Dorfstraße wie auch an der Einmündung der Habernusstraße zur B 477 ein Problem auftaucht: Trotz Geschwindigkeitsbeschränkung fahren die Autos nicht gerade langsam. Das Einfädeln bleibt ein Problem. Wenigsten haben die Specker vor Jahren mitten im Dorf eine Ampelanlage bekommen. Ein bremsender Kreisverkehr bleibt der Traum.

Der Freizeitwert der Erftauen und der nahen Museumsinsel, die Möglichkeit, die Ortschaft Helpenstein über Fußwege zu umrunden, werden als besondere Qualitäten hervorgehoben. Die Auen zwischen Erft und Gillbach, der Waldbestand und der ehemalige Bahndamm bilden wertvolle Grün- und Freizeitfächen. Umgeben von Wiesen und Feldern lebt es sich fast wie in einem Erholungsgebiet. „Man kann spazieren gehen und die Kinder unbesorgt auf den Wirtschaftswegen mit ihrem Rädchen fahren lassen“, so Susanne Baumanns. Das kann auch Ehemann Peter, der hier gern mit dem Rennrad unterwegs ist.