Glasfaser: Neuss bekommt Breitband-Potenzialanalyse

Flächendeckendes Glasfaser-Netz geplant: Neuss bekommt Breitband-Potenzialanalyse

Bis Jahresende soll ermittelt werden, ob und wie ein flächendeckendes Glasfaser-Netz für schnelles Internet umgesetzt werden kann.

In den kommenden Monaten wird eine Potenzialanalyse für den Breitbandausbau in Neuss erstellt. Mit Hilfe eines externen Beratungsunternehmens soll ermittelt werden, ob und wie ein flächendeckendes Glasfasernetz für schnelles Internet in der Quirinus-Stadt möglich ist. Das Vorhaben, für das seit Ende 2017 bereits Vorarbeiten geleistet wurden, war jetzt Thema in der Verwaltungsratssitzung der Infrastruktur Neuss (ISN). Ekkehard Boden, der mit Stephan Lommetz und Frank Gensler (Sprecher) den ISN-Vorstand bildet, betont, dass der Zeitplan eng sei, da auf Breitbandfragen spezialisierte Experten derzeit sehr gefragt seien. „Unser Ziel ist es jedoch, dass die Ergebnisse der Potenzialanalyse bis Jahresende vorliegen“, sagt Boden. Im Idealfall ist es bis 19. November soweit, weil für diesen Tag eine Sitzung des ISN-Verwaltungsrats anberaumt ist.

Bei der Potenzialanalyse geht es um eine Bestandsaufnahme der in der Stadt bereits vorhandenen Strukturen sowie eine Bedarfs- und Marktanalyse samt einer Prüfung, welche Fördermittel möglicherweise abgerufen werden können. „Man muss aber auch festhalten, dass Neuss im Vergleich zu anderen Kommunen bereits gut aufgestellt ist“, betont Frank Gensler.

Allerdings ist das Tempo des technologischen Wandels und der damit einhergehenden Anforderungen rasant. Experten gehen davon aus, dass sich die weltweite Datenmenge bis 2025 verzehnfacht, als ein zentraler Treiber gilt die zunehmende Vernetzung im „Internet of Things“ (Internet der Dinge). Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie waren 2015 rund 20 Milliarden Geräte und Maschinen über das Internet vernetzt. Bis 2030 werde sich diese Zahl Schätzungen zufolge auf eine halbe Billion erhöhen. Vor allem aber: Mehr als die Hälfte der Daten werden in Zukunft nicht mehr von Endverbrauchern, sondern von Unternehmen erzeugt. Das zeigt, wie wichtig eine Gigabit-Glasfaser-Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort ist.

Als Vorarbeit für die Potenzialanalyse hat die ISN die telekommunikationstechnische Netzstruktur der verschiedenen Versorgungsträger erfasst, also die Frage geklärt, wer was und wo in Neuss liegen hat. Erfasst wurde dabei auch, welche Leerrohre – falls für die Verlegung von Glasfaser über weite Strecken benötigt – genutzt werden können. „Wo es technisch möglich ist, werden schon jetzt Leerrohre bei Tiefbaumaßnahmen der Energieversorgung mitverlegt“, betont Boden.

Nach Fertigstellung der Potenzialanalyse wird es auch darum gehen, mit welchen Partnern der Ausbau zur Glasfaser-City möglich ist. Schon 2016 hatte der Stadtrat  beschlossen, dass in Neuss bis 2024 eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) per Glasfaser bis ins Haus ermöglicht werden soll. Telekom, Deutsche Glasfaser, Vodafone, das die Übernahme von Unitymedia plant, und weitere Akteure – die Liste potenzieller Partner ist lang. Geprüft wird jedoch auch, ob die Stadt dies im Verbund mit den Stadtwerken möglicherweise selbst stemmen kann.