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Geschichte der NGZ in Neuss: Vom katholischen Meinungsblatt zur Heimatzeitung

Vortrag über die NGZ in der Bürgergesellschaft : Vom katholischen Meinungsblatt zur Heimatzeitung

Wie sich der Wandel vom katholischen Meinungsblatt zur führenden Regionalzeitung mit breitem Spektrum vollzog, zeichnete am Mittwochabend die promovierte Historikerin Annekatrin Schaller in einer Vortragsveranstaltung der Bürgergesellschaft in Neuss nach.

Die Leser der ersten Jahre bekamen neben Information vor allem eins: Haltung. Denn die Neuß-Grevenbroicher Zeitung wurde 1873 im Kulturkampf gegründet, um in dieser Zeit der Auseinandersetzung zwischen preußischem Staat und Kirche dem Katholizismus eine politische Stimme zu geben. Im Deutschen Reich der Bismarck-Ära führte die NGZ noch nicht die Bezeichnung „große Heimatzeitung“ im Namen wie heute.

Wie sich der Wandel vom katholischen Meinungsblatt zur führenden Regionalzeitung mit breitem Spektrum vollzog, zeichnete am Mittwochabend die promovierte Historikerin Annekatrin Schaller in einer Vortragsveranstaltung der Bürgergesellschaft nach. Der Termin war mit Bedacht gewählt, der Ort auch. Denn es waren katholische Neusser Kaufmanns- und Unternehmerfamilien, die in der Gesellschaft „Constantia“ – dem Vorläufer der „Bürger“ – verbunden waren, und am 3. Oktober 1873 im Gesellschaftshaus die „Gesellschaft für Buchdruckerei“ (GfB) gründeten. Sie fassten bald den Entschluss, eine eigene Zeitung herauszugeben.

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Was mit der am 23. Dezember 1873 erschienenen Probenummer begann, wurde auch wirtschaftlich zu einer Erfolgsgeschichte, sagte Schaller – und die NGZ zu einer Institution. Die Aktionäre der GfB entschlossen sich zwar 2009 zum Verkauf der NGZ an die Rheinische Post, mit der man seit 1950 über die Neusser Zeitungsverlag GmbH partnerschaftlich verbunden war, doch war es den neuen Inhabern wichtig, „viel von der alten NGZ zu bewahren“, sagte Schaller. „Sie blieb eine Zeitung für Neuss“ und den Rhein-Kreis.

„Spannend wie ein Krimi plus Heimatgeschichte“, nannte „Bürger“-Präsident Johann Andreas Werhahn den Vortrag. Dieser war die „Kurzfassung“ des von Schaller verfassten Buches über GfB und NGZ, den der Aufsichtsrat der GfB unter dem Vorsitz von Hermann-Josef Kallen möglich gemacht und Wilhelm Werhahn maßgeblich gefördert hatte.

(-nau)