Neuss: Gesamtschule bald mit Teilstandort

Neuss : Gesamtschule bald mit Teilstandort

Die Jahrgangsstufen 9 und 10 der Gesamtschule Nordstadt sollen im kommenden Schuljahr übergangsweise in einer Dependance an der Kaarster Straße unterrichtet werden. Die Auslagerung ist wegen der Schulsanierung erforderlich.

Olaf Templin, Leiter der Gesamtschule Nordstadt, und seine Kollegen müssen einen Teil-Umzug planen. Wegen der andauernden Sanierungsmaßnahmen im Gebäudekomplex an der Leostraße sollen die Jahrgangsstufen 9 und 10 im kommenden Schuljahr an der Kaarster Straße untergebracht werden. Dort sollen sie übergangsweise - und für ein Jahr - die Räume nutzen, die zuletzt vom Theodor-Schwann-Kolleg genutzt worden sind. Das Schwann-Kolleg war 2016 nach Derikum umgezogen. Die Gesamtschule Nordstadt muss mit dem neuen Teilstandort durchaus eine logistische Herausforderung lösen. Zwischen Leostraße und Kaarster Straße liegen rund 1,5 Kilometer. Das muss berücksichtigt werden, wenn zum Beispiel Lehrer zwischen beiden Standorten hin- und herpendeln müssen.

Rund 228 Schüler würden - Stand jetzt - laut Schuldezernentin Christiane Zangs im kommenden Schuljahr an der Kaarster Straße unterrichtet. "Möglicherweise kann die Teilstandort-Lösung aber auch verkürzt werden", sagt Zangs. Um das ohnehin im Zeitplan mit den Sanierungsarbeiten an der Leostraße hinterherhinkende Gebäudemanagement nicht noch mehr unter Zeitdruck zu setzen, wurde die Übergangslösung zwar mit einem Jahr eingeplant. Es sei jedoch nicht unwahrscheinlich, dass die Arbeiten an der Leostraße, die den Umzug der Jahrgangsstufen 9 und 10 an die Kaarster Straße - früher einmal Sitz der Heinrich-Böll-Hauptschule - erforderlich machen, schon vor Ablauf des Schuljahres abgeschlossen werden.

Der Schulausschuss soll in seiner nächsten Sitzung über die übergangsweise Teilstandort-Lösung diskutieren. Eine entsprechende Vorlage der Verwaltung liegt vor. Der Schulausschuss tagt am 17. Mai ab 17 Uhr im Ratssaal des Neusser Rathauses. Die Auslagerung der Jahrgangsstufen 9 und 10 muss deshalb vom Schulträger - dabei handelt es sich um die Stadt - beschlossen werden, da dies entsprechend im NRW-Schulgesetz vorgesehen ist. Anschließend muss die Bezirksregierung den Beschluss allerdings noch genehmigen.

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Die Gesamtschule Nordstadt wurde 2011 gegründet und befindet sich seither im Aufbau. Der erste Jahrgang hat seit dem vergangenen Jahr seinen Abschluss in der Tasche, neu hinzugekommen ist 2017 die Oberstufe. Ziel der Neugründung der Gesamtschule Nordstadt, die eines Tages rund 1200 Schülern Platz bieten soll, war es, drei differenzierte Schulen - die ehemalige Hauptschule Weissenberg sowie die Mildred-Scheel- und die Christian-Wierstraet-Realschule - zu einem Standort und der ersten vollständig barrierefreien Gesamtschule in der Stadt zu vereinigen. Dafür muss der Gebäudekompex - auch im Hinblick auf den inklusiven Leitgedanken - an der Leostraße hergerichtet werden. Die Arbeiten laufen wegen der hohen Auslastung des Gebäudemanagements allerdings bislang deutlich langsamer als geplant.

Durch die geplante Auslagerung der Jahrgangsstufen 9 und 10 sollen nun Kosten für die Erweiterung der vorhandenen Containeranlage auf dem Grundstück der Gesamtschule Nordstadt vermieden werden. Zudem soll der gesamte Schulcampus an der Leostraße durch die Teilstandort-Lösung eine deutliche Entlastung erfahren.

(abu)
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