Genossenschaft baut 44 preiswerte Wohnungen in Neuss

Baubeginn an der Freiheitstraße in Neuss : GWG hilft im Kampf gegen Wohnungsnot

Genossenschaft hat von der Stadt ein Grundstück bekommen, auf dem sie jetzt drei Mehrfamilienhäuser errichtet.

Die Wohnungsnot schmiedet Allianzen, die so in der Vergangenheit kaum denkbar waren. Eine Folge davon ist jetzt an der Freiheitstraße in der Nordstadt zu besichtigen, wo auf einem ehemals städtischen Grundstück 44 neue Wohnungen entstehen. Bauherr: die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft (GWG).

Die hatte oft und laut darüber geklagt, in Neuss nicht richtig zum Zuge zu kommen und deshalb in Kaarst aktiv werden zu müssen, weil sie in Neuss an kein städtisches Grundstück kommen konnte. Nun stellt Vorstandsmitglied Stefan Zellnig ebenso zufrieden wie anerkennend fest: „Die Stadt hat gezeigt, wie die öffentliche Hand dringend benötigten Wohnungsneubau aktiv fördern und vorantreiben kann.“ Denn erst habe sie das Neubauvorhaben initiiert und einen Investor gesucht, der mit der GWG auch gefunden wurde. Danach wurde das Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marie-Curie-Gymnasium zweckgebunden für die Errichtung von bezahlbarem Wohnraum verkauft – und zwar zu vertretbaren Konditionen, wie Zellnig auch aus Investorensicht bestätigt. Zuletzt sei von der Verwaltung das Verfahren, mit dem Baurecht geschaffen wurde, konstruktiv begleitet worden. Ergebnis: Es wird gebaut.

Insgesamt baut die GWG an der Freiheitstraße nach den Plänen des Architekten Eckehard Wienstroer drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 44 Genossenschaftswohnungen und investiert dafür rund neun Millionen Euro. „Das Angebot reicht von der Ein- bis zur Fünf-Zimmer-Wohnung“, berichtet der stellvertretende Bürgermeister Sven Schümann, der beim ersten Spatenstich mit Hand an ein Vorhaben legen konnte, das er als vorbildlich bezeichnet. Denn 26 der 44 Wohnungen werden mit Mitteln des Bundes und der NRW-Bank öffentlich gefördert, so dass sie zu einer Netto-Kaltmiete von 5,75 Euro pro Quadratmeter angeboten werden können. Aber auch bei den übrigen, frei finanzierten Wohnungen bleibt die Genossenschaft mit Mieten um die neun Euro unter den Möglichkeiten, die der Mietspiegel in Neuss zulässt, betont GWG-Vorstand Ulrich Brombach. Die Geschäftspolitik der GWG, bei der nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, passe so genau zur Förderung des Landes und den Anforderungen zur Beseitigung des Wohnungsmangels.

Allerdings, so sagt Brombach auch deutlich, gestalte es sich für Bauherren angesichts steigender Baukosten zunehmend schwierig, die Wirtschaftlichkeit von Neubauprojekten mit dem Anspruch bezahlbarer Mieten in Einklang zu bringen. Gemeinsam mit dem Büro Wienstroer habe man aber eine Lösung gefunden, ohne auf Qualität verzichten zu müssen. So sind alle Wohnungen barrierefrei erreichbar und mit großzügigen Balkonen versehen. Es gibt Fußbodenheizung und einen Glasfaseranschluss. Teil des Vorhabens ist auch die Schaffung einer Tiefgarage mit 38 Parkplätzen.

Die drei Neubauten an der Freiheitstraße sollen Anfang 2020 bezugsfertig sein. Sie sind drei von derzeit mehreren Neubauprojekten. Alleine in diesem Jahr werden 41 Wohnungen fertig, zudem wird mit dem Bau von 112 Wohnungen auf Neusser und 24 weiteren auf Kaarster Stadtgebiet begonnen. Das Projekt hinter diesem Engagement bringt GWG-Vorstand Stefan Zellnig auf die Faustformel: „400 Wohneinheiten in fünf Jahren.“

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