1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Gemeinsam zum Abi, getrennt zur Party

Neuss : Gemeinsam zum Abi, getrennt zur Party

Weil die Stufen 12 und 13 des Quirinus-Gymnasiums zusammen zu groß sind, müssen die Abiturienten getrennt voneinander feiern. Das bedeutet doppelte Arbeit, aber auch weniger Kompromisse bei der Gestaltung.

Die Locations sind gebucht, die DJs bestellt und die Buffets geordert. Ja, richtig, alles im Plural. Denn der doppelte Abi-Jahrgang muss auch doppelt — und damit leider getrennt voneinander — feiern. Gemeinsam ist die Abschluss-Stufe des Quirinus-Gymnasiums wegen des doppelten Abiturjahrgangs so groß, dass es anders nicht passt. "Wir haben kurz überlegt, gemeinsam in der Eishalle zu feiern, diesen Gedanken dann aber wieder verworfen", sagt Alina Linssen. Denn das war organisatorisch nicht umzusetzen.

Und so mussten die Stufe 13 und die Stufe 12 unabhängig voneinander einen Abi-Ball auf die Beine stellen. Für die 13er waren die Organisatoren die 19-jährigen Schüler Alina Linssen und Claudio Calabro, für die 12er leitete die 18-jährige Leah Wohllebe das Abiballkomitee. Die Älteren feiern in der Neusser Stadthalle, die Jüngeren haben sich für das Theater der Träume in Heerdt entschieden.

Dabei hätten die Stufen rückblickend lieber doch zusammen gefeiert: "Bis zur Mottowoche fanden wir es nicht so schlimm, nicht mit der Stufe 12 feiern zu können, weil wir nicht so eine große Bindung zu dieser haben", berichten Alina und Claudio. "Das hat sich in der letzten Schulwoche aber geändert, da haben wir uns alle super verstanden." Das bestätigt die 18-jährige Anne-Sophie aus der Stufe 12. "Dass wir getrennt feiern, hat nichts mit Rivalität zu tun."

Doppelt so viele Abi-Feiern bedeutet für die Schüler auch doppelt so viel Arbeit. Und endlich lassen sich ein paar Parallelen entdecken. Anderthalb Jahre lang haben sich Alina und Claudio für das letzte Event der Abiturienten ins Zeug gelegt. Auch die Stufe 12 ist schon seit vollen zwei Jahren an der Arbeit.

"Es gab wirklich viel vorzubereiten", erzählt Alina. Erstmal mussten sie die richtige Location finden. Da sie 160 Schüler in der Stufe 13 haben und ungefähr 800 Karten verkaufen wollen, sollte es ein richtig großer Raum sein. Dazu haben sich Alina und Claudio mit der Eventmanagerin Jasna Nedovic getroffen, die sie bei der Planung unterstützt hat. Doch ein großer und attraktiver Saal war nicht so leicht zu finden. Schließlich fiel die Wahl auf die Stadthalle Neuss, wo das Quirinus-Gymnasium traditionell den Abiball feiert.

Die Stufe 12 hat sich für das Theater der Träume in Düsseldorf-Heerdt entschieden. Neben der Organisatorin Leah Wohllebe wurden die Schüler von vielen Eltern unterstützt, sagt der Schüler Sebastian Hogeweg (18), der für die Finanzen zuständig ist. Als die Örtlichkeit feststand, mussten die Abiturienten sich um Buffet, Dekoration und Musik kümmern, haben Versicherungen abgeschlossen und Sanitäter organisiert.

Viele Mädchen haben ihre Ballkleider und Schuhe bereits gekauft. Es gibt sogar eine Facebook-Gruppe, wo die Abiturientinnen der Stufe 13 Bilder ihrer Kleider posten. "Das machen wir, damit kein Kleid doppelt auftaucht", erklärt Alina. Ihr eigenes Kleid ist lang und dunkelblau. Und der Friseurtermin wurde ihr von ihrer Oma spendiert.

Damit die Tanzfläche nicht leer bleibt, hat die Hälfte der Stufe 13 an einem Tanzkursus teilgenommen. "Das waren wirklich sehr schöne und total lustige Tage", meint Alina. Um den Abiball finanzieren zu können, haben die Schüler viele Aktionen veranstaltet. Beispielsweise haben sie Waffeln und Brötchen verkauft. Die Vorbereitungszeit hat sich sehr lange hingezogen, sagt Alina. Daher wurde es aber auch nicht allzu stressig. Da Alina und Claudio allein für die Organisation zuständig waren, gab es auch keine Diskussionen innerhalb der Stufe, wie man feiern solle. Bei einer gemeinsamen Feier beider Stufen wäre das wahrscheinlich nicht so reibungslos gelaufen. Die letzte Oberstufenparty, die von der Stufe 13 organisiert wird, ist die After-Show-Party. Im Gegensatz zum Abiball ist diese öffentlich. Das Motto der diesjährigen Abiturienten lautet: "Abivederci. Wenn der DJ geht, ist die Party vorbei."

(NGZ/ac)