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Neuss: Gemeindereferent verlässt St. Marien

Neuss : Gemeindereferent verlässt St. Marien

Nach 15 Jahren seelsorgerischer Arbeit in der Pfarrgemeinde Neuss-Mitte wechselt Winfried Schäfer nach Düsseldorf.

Winfried Schäfer wirkt ein wenig wehmütig. "Es war eine tolle Zeit in Neuss", sagt der Gemeindereferent. "15 Jahre und acht Monate war ich insgesamt hier, und ich nehme wahnsinnig viele positive Erfahrungen mit." Winfried Schäfer war seit 1998 für St. Marien beauftragt, ab dem Jahr 2009, nach der offiziellen Zusammenführung der Kirchengemeinden, in der Pfarreiengemeinschaft Neuss-Mitte eingesetzt. "Diese legte jetzt allerdings Wert auf einen Austausch des Gemeindereferenten", teilt Schäfer mit, der ab September in den benachbarten Seelsorgebereich im Düsseldorfer Süden wechselt.

Der Abschied fällt ihm nicht ganz leicht: "Die Menschen hier haben mir ein unheimliches Vertrauen entgegengebracht, und ich glaube, ich konnte vielen, die zu mir gekommen sind, in schwierigen Situationen helfen. Das motiviert ungemein", sagt der diplomierte Religionspädagoge und Sozialarbeiter. Sein Rezept: "Man muss immer wieder auf die Menschen zugehen, sie in ihren Sorgen und Nöten ernst nehmen, individuell nachfragen. Nur so kann ein echtes Vertrauen erwachsen." Vor allen Dingen komme es ihm darauf an, direkte, unbürokratische Hilfe zu leisten. "Es kamen oft Menschen zu mir, die buchstäblich nicht wussten, wie sie den nächsten Tag überstehen sollten, sie hatten schlichtweg kein Geld mehr, um sich etwas zu essen zu kaufen. Dann bin ich mit diesen Menschen auch einfach mal in den nächsten Supermarkt gegangen." Ein anderer Teil seines Aufgabengebiets war die religionspädagogische Arbeit bei Wortgottesdiensten oder der Firmvorbereitung.

"Jugendliche an den Glauben heranzuführen und sie zu begleiten ist für mich ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit", erklärt Schäfer und fährt fort: "Besonders schön war zum Beispiel die letzte Firmfeier im März in St. Marien, die Kirche platzte aus allen Nähten, viele Firmlinge kannte ich schon von ihrer Erstkommunion. Es war toll zu erleben, dass sie sich nochmal zur Kirche bekannten." Auch die Unterstützung der Ehrenamtlichen, zum Beispiel in der Pfarrbriefredaktion, in den Altenstuben oder im Katechetendienst lagen dem Gemeindereferenten am Herzen. Durch seine Zusatzausbildung in der Gehörlosen-Seelsorge ist er außerdem in der Lage, den Gläubigen die "Frohe Botschaft" auch in einfachen Worten und Bildern nahe zu bringen.

Der Wechsel in die benachbarte Gemeinde jenseits des Rheins ist für ihn auch ein kleiner Sprung ins kalte Wasser: "Wie meine Aufgaben in den Düsseldorfer Gemeinden ganz konkret aussehen werden, weiß ich noch nicht. In gewisser Weise fange ich, auch nach insgesamt 26 Jahren Berufserfahrung, wieder von vorne an."

(NGZ)