Neuss: Gelungener Auftakt der Reihe "Acoustic Concerts"

Neuss: Gelungener Auftakt der Reihe "Acoustic Concerts"

Wenn der Neusser Kulturamtsleiter Harald Müller für seine von ihm besonders gepflegte Musikreihe "Acoustic Concerts" eine Preisanpassung erforderlich hält, so kann er das mit einem Lächeln tun. Die Abos für die neue Saison kosten nun 56 Euro - für sieben Konzerte. Wen wundert es da noch, dass mehr als 50 Abos geordert wurden für eine Reihe, die Weltmusik und Klassik verschmelzen möchte, und das auf hohem Niveau.

Gleich das erste Konzert im Kulturkeller bot feine, zugleich außergewöhnliche Klassik. Die Neusser Bratschistin Anne Uerlichs, 2009 Kunstförderpreisträgerin ihrer Heimatstadt und viele Jahre Mitglied im Neusser Kammerorchester, unterrichtet seit zehn Jahren in Berlin Violine und Viola. Sie unterhält zusammen mit Jens Domeyer, der trotz gebrochenen Fußes ebenfalls nach Neuss gekommen war, eine Violaklasse.

Als ihren Begleiter hatten sie den ebenfalls in Berlin lehrenden Pianisten Uschik Choi mitgebracht. Der in Berlin geborene Koreaner ist auch als Cellist mehrfach preisgekrönt. Bekannte und neue Literatur hatten die jungen Musiker für die reizvoll samtartig klingende Viola ausgewählt. Darunter Johann Sebastian Bachs "Chromatische Fantasie d-Moll" (BWV 903) für Cembalo, die Zoltán Kodály 1950 für Viola solo transkribiert hat.

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Auch in der trockenen Akustik des Kulturkellers war in Jens Domeyers Interpretation die Größe dieses Werkes zu erahnen. Interessante Neuentdeckungen waren die "Sonate für Viola und Klavier" von Rebecca Clarke (1886 - 1979) und das "Lamento" für zwei Violen von Frank Bridge (1879 - 1941). Anne Uerlichs spielte das "Konzertstück für Viola und Klavier" von George Enescu (1881 - 1955) sehr gesanglich, quasi als "vox humana", im anspruchsvollen Klavierpart zuverlässig von Uschik Choi begleitet.

Ein schönes Konzert für zwei Violen von Georg Philipp Telemann beendete die großartige Werbung für die "Altvioline".

(Nima)