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Neuss: Geld und Gebet für die Nonnen

Neuss : Geld und Gebet für die Nonnen

Seit Sonntag werden zwei schwer verletzte Ordensschwestern aus Burundi in Neuss und Düsseldorf versorgt. Die Augustinerinnen hoffen auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Schützengilde machte Samstag den Anfang.

Erschüttert informierte Major Paul Oldenkott seine Gildisten über das Schicksal zweier Ordensschwestern aus Burundi: "Rebellen haben afrikanische Augustinerinnen in einen Hinterhalt gelockt und lebensgefährlich verletzt." Spontan hat sich Oldenkott entschieden, sein Majorsgeschenk für die Behandlung der Nonnen herzugeben: "Wir hatten einen unvergesslichen Jubiläumsgottesdienst im Kloster Immaculata, jetzt wollen wir die Schwestern unterstützen", rief er die Gildisten am Samstagabend beim Majorsehrenabend im Rheinischen Landestheater zur Spende auf. Schwester Praxedis, die Generaloberin der Neusser Augustinerinnen, berichtete von den Schwierigkeiten, einen Krankentransport aus Burundi nach Neuss zu organisieren. Die Gilde füllte die Geld-Box: 1605 Euro kamen zusammen.

Nun läuft die Hilfsaktion für Schwester Beatrice Nzinahora (42) und Schwester Yolande Ntibishimirwa (36), die in Gihanga das Hospital Sankt Augustinus leiten. Die Neusser Schwestern hatten das Gesundheitszentrum 1966 gegründet und später in die Hände der afrikanischen Ordensschwestern gegeben. Die Unterstützung aus Neuss ist allerdings immer noch da. Und sie wird jetzt mehr denn je gebraucht. 80 000 bis 100 000 Euro kostet allein der komplizierte Transport der beiden schwer verletzten Schwestern nach Deutschland. Die Versorgung in der Uniklinik in Düsseldorf ist da noch gar nicht inbegriffen.

Schwester Praxedis hat bereits in den ersten Tagen nach Bekanntwerden viel Hilfsbereitschaft in Neuss erlebt. "Ich habe das Gefühl, dass sich eine Solidarität breit macht", sagt die Generaloberin. Immer wieder kommen Menschen zum Kloster und geben eine Spende ab. Der Malteser-Hilfsdienst hat außerdem ein Spendenkonto eingerichtet.

Das Neusser Burundi-Komitee sammelt rund 60 000 Euro im Jahr für die Missionsstationen der Schwestern. Mit dem Geld wird auch das Gesundheitszentrum Sankt Augustinus in Gihanga unterstützt. Nur wenige Menschen in Burundi haben eine Krankenversicherung. So wird das Burundi-Komitee wohl auch im Fall der beiden schwer verletzten Schwestern helfen. "Wir haben eine kleine Reserve", erklärte die Vorsitzende Anneliese Dorsemagen. "Wir haben von unseren Förderern Unterstützung für die beiden verletzten Schwestern signalisiert bekommen." Auch sie kann den Anschlag nicht begreifen: "Die Schwestern haben doch nur Gutes getan." Pastor Karl-Heinz Fischer (76), der im Kloster seinen Ruhesitz hat, bewundert die Tatkraft und Zuversicht der Nonnen: "Das ganze Haus ist seit Tagen in Bewegung. Die Schwestern haben ihre Mitschwestern hergebetet."

(NGZ)