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Neuss: Geisterbahn im Hobbykeller

Neuss : Geisterbahn im Hobbykeller

Hans-Michael Derenbach lehrt seinen Besuchern das Gruseln. Denn der Neusser hat in seinem Keller eine Geisterbahn gebaut, ein richtiges Fahrgeschäft mit schaurigen Skeletten, Monstern und Untoten.

Langsam schiebt sich die Gondel durch die Türe ins Dunkel, laut beginnt schaurige Musik zu spielen. Die Spannung steigt, nichts ist zu sehen. Plötzlich kippt die Godel nach vorn, die Abfahrt zur Hölle beginnt. Ein Fenster öffnet sich an der Seite, ein zuckendes Skelett sitzt dahinter an einem Lenkrad und ein dröhnendes Lachen ertönt. Damit hat die Fahrt in der wahrscheinlich kleinsten privaten Geisterbahn der Welt begonnen.

Gebaut hat sie der Neusser Hans-Michael Derenbach. Auf nur 25 Quadratmetern hat der Elektriker sein eigenes Gruselkabinett erschaffen, ein kleines Fahrgeschäft mit Effekten, Figuren und schaurigen Klängen. In der Unterwelt fährt die Gondel vorbei an leuchtenden Augen, die aus der Wand schnellen, und einer riesigen Spinne, die plötzlich von der Decke fällt. Dann ein Grab mit einem auffälligen Loch. Und obwohl der Effekt des daraus hervorspringenden Kopfes vorhersehbar ist, gruselt es doch.

Derenbach hat mit seiner Bahn schon Erwachsene zum Kreischen gebracht, Kinder dürfen erst ab zwölf Jahren mitfahren. Denn die beweglichen Figuren sind grausig gestaltet, mit blutigen Augen, aufgerissenen Mündern und Körpern aus Skeletten. Und sie bewegen sich aus allen Richtungen auf die Gondel zu. So auch die nächste Figur, die plötzlich zum Wagen schwenkt und die Hand ausstreckt. Sogar mit den Augen kann dieser Untote rollen — ein kleiner, aber schwieriger Effekt, wie Hans-Michael Derenbach später erzählt.

Weiter geht es durch einen Torbogen, wieder ist es absolut dunkel. Bedrohlich dröhnt Musik aus unsichtbaren Boxen. Immer lauter wird es. Dann saust ein roter, gehörnter Teufel von der Decke. Erst kurz vor dem Zusammenstoß stoppt er und zieht sich langsam zurück. Doch die Erleichterung währt nicht lange, denn plötzlich schnellt eine blutige Hand in den Fußraum der Gondel. "Dieser Effekt erschreckt alle Fahrgäste, denn damit rechnet niemand", sagt Derenbach, der sich die Reaktionen seines Publikums auf einer Großleinwand im Nebenzimmer anschaut. Vorne an der Gondel hat er eine Mini-Kamera angebracht. Die Videobilder werden live auf den Beamer nebenan übertragen. Ein großer Spaß für Derenbach, der gespannt ist auf die schreckhaften Reaktionen der Geisterbahnfahrer.

Die Gondel muss nun noch an einem letzten Monster vorbei. Doch der Geist mit dem aufgerissenen Mund lässt sie nicht, er schwenkt nach vorn, zeigt seine riesigen spitzen Zähne. Auch die Gondel dreht sich vor und zurück, es ruckelt und wackelt. Doch dann weicht der Untote zurück und entlässt den Besucher aus dieser schaurig-schönen Geisterbahn, an der Hans-Michael Derenbach zwei Jahre lang gearbeitet hat. Angefangen hat seine Leidenschaft fürs Gruseln mit Halloweenpartys im Hobbykeller, für die der Elektriker erste schaurige Accessoires bastelte. Als das bei den Freunden gut ankam, wurde mehr daraus. "Der Kick ist, etwas zu haben, was sonst keiner hat", sagt Derenbach. Weil ihm das zweifellos gelungen hat, plant er jetzt einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde: für die kleinste private Geisterbahn der Welt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Herr über die eigene Geisterbahn

(NGZ)